12.03.2016, 23:37 Uhr

Tag der Stichwahlen: Alle Ergebnisse liegen vor – zwei neue Gesichter an den Ortsspitzen

Daniel Stern löst in Mieders den Amtsinhaber ab.

Nocker löst Mair in Trins ab, Stern wird Miederer Bürgermeister.

Gleich fünf der zwanzig Bürgermeisterentscheidungen, die heute, am 13. März 2016 von den Wählern gefällt werden, finden in Gemeinden der Region statt. Darunter die beiden größten Gemeinden – insgesamt sind mehr als 10.000 WählerInnen in Fulpmes, Mieders, Neustift, Telfes und Trins aufgefordert, nochmals zur Wahlurne zu schreiten.

Als erstes Wahllokal schließt der Gemeindesaal Trins um 13 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt wird dieser Artikel laufend aktualisiert. Finden Sie sämtliche Ergebnisse direkt nach Einlangen hier.

Versöhnliche Töne in Trins

Am Vormittag fanden sich bereits die Trinser Kandidaten im Gemeindesaal ein. Amtsinhaber Alois Mair hat nach eigenen Angaben gut geschlafen. Er lobt, dass sich in der Gemeinde eine junge Liste gefunden hat, die ihn fordere: "In anderen Gemeinden finden sich keine jungen engagierten Leute mehr." Aber genau die brauche eine Ortschaft. Er selbst sei vor 42 Jahren mit 22 in den Gemeinderat eingezogen. Natürlich hofft er, wieder Bürgermeister zu werden und setzt auf Zusammenarbeit.
Auch sein Herausforderer Mario Nocker will nach der Wahl gut mit allen zusammenarbeiten. Egal, wie das Ergebnis aussehe, das Abschneiden seiner Liste im ersten Wahlgang sei ein großer Erfolg gewesen. Er hofft auf eine gute Wahlbeteiligung, wie beim ersten Durchgang.

Trins hat gewählt:

Nach 18 Jahren als Bürgermeister muss Alois Mair den Sessel räumen. Mit 464 (52,55 Prozent) zu 419 Stimmen (47,55 Prozent) hat in der Gemeinde im Gschnitztal Mario Nocker das Rennen gemacht. Der 42-Jährige will als neuer Bürgermeister das Gemeinsame in den Vordergrund stellen und wünscht sich eine Zusammenarbeit aller drei Fraktionen. Für den politischen Newcomer war der Sonntag sein „erster Tag als Politiker“. Der Vater von zwei Kindern (9 und 5) kann sich privat auf die Unterstützung seiner Ehefrau verlassen: „Die Kandidatur haben wir gemeinsam entschieden, sonst wäre ich gar nicht angetreten.“ Auch beruflich sei schon alles soweit geregelt, dass sich Job und Amt vereinbaren lassen. Seine Liste war bei der Wahl vor zwei Wochen mit 38,49 Prozent die stimmstärkste: "Wir waren ein super Team im Wahlkampf, ich zähle auch in Zukunft stark auf sie!" Die Wahlbeteiligung betrug 84,38 Prozent.

Weitere Wahllokale schließen

Um 14 Uhr haben nun auch in den Gemeinden und die Wahllokale geschlossen. In Mieders stehen sich Manfred Leitgeb, der im ersten Wahlgang 47,87 Prozent der Stimmen erreicht hatte und Daniel Stern mit 41,90 Prozent gegenüber. Während Leitgeb grundsätzlich gemeinsam mit einer von drei möglichen weiteren Listen die Mehrheit im Gemeinderat bekommen kann, wäre dies für Stern nur bei einer Zusammenarbeit mit Leitgeb möglich oder wenn er sich der Unterstützung von zwei anderen Listen versichern kann.
Georg Viertler muss sich in Telfes (er erreichte vor zwei Wochen 46,65 Prozent) einer Stichwahl stellen. Sein Gegner wird Peter Lanthaler, der 28,66 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

Telfes hat gewählt: Viertler beleibt im Amt

Sich behaupten konnte Georg Viertler in Telfes. Er gewann die Stichwahl gegen Peter Lanthaler mit 55,25 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 73,54 Prozent. Viertler kann sich im Gemeinderat auf die mit fünf Mandaten stimmstärkste Fraktion stützen. „Das Ergebnis war sogar ein bisschen besser als ich erwartet habe“, freut sich Viertler über den Rückhalt der WählerInnen. Auch die Wahlbeteiligung lobt er. Er wolle weiterhin mit seinem Herausforderer Peter Lanthaler gut zusammenarbeiten: „Für mich ist klar, dass er der Vizebürgermeister wird, das ist der Wählerwunsch!“ Besonders da der Wahlkampf weitgehend fair verlaufen sei, sei eine gute weitere Zusammenarbeit für die Gemeinde möglich. „Insgesamt ein klarer Beweis für die gute Arbeit in den letzten Jahren“, beurteilt Ingo Mayr, Vorsitzender der SPÖ Tirol, das Ergebnis.

Letzte Wahllokale der Region geschlossen

Um 15 Uhr hat auch in Fulpmes und Neustift die Auszählung begonnen. In den beiden größten Gemeinden der Region lieferten sich die Kandidaten bis zum Schluss einen harten Wahlkampf, nicht zuletzt auch in den sozialen Medien.
Besonders spannend wird es in Fulpmes. Wie bereits 2010 stehen sich hier Robert Denifl und Gottfried Kapferer gegenüber. Nur sechs Stimmen trennten die beiden im ersten Wahlgang, wo sie jeweils etwas mehr als ein Drittel der Wähler hinter sich scharen konnten.
Auch in Neustift steht das Amt des Bürgermeisters zur Wahl. Hier tritt Amtsinhaber Peter Schönherr gegen Andreas Gleirscher an. Für beide gilt es, sich nach einem allfälligen Sieg einen Partner für eine stabile Mehrheit suchen zu müssen.

Mieders hat einen neuen Bürgermeister!

Auch in Mieders hat ein Wechsel stattgefunden. Manfred Leitgeb wurde von Daniel Stern enttrohnt. Stern konnte mit 53,59 Prozend die Wahl für sich entscheiden. Sowohl für den Amtsinhaber, als auch den Herausforderer kam die Stichwahl überraschend. Auch in Mieders hat ein Wechsel stattgefunden. Manfred Leitgeb wurde von Daniel Stern enttrohnt. Stern konnte mit 53,59 Prozend die Wahl für sich entscheiden. Sowohl für den Amtsinhaber, als auch den Herausforderer kam die Stichwahl überraschend. So richtig fassen konnte Stern den Erfolg am Sonntagnachmittag noch nicht: „Aber ich freue mich wahnsinnig!“ Er betonte, dass er die größte Wertschätzung für die Leistungen seiner beiden Amtsvorgänger empfinde und lobte den fairen Umgang auch im Wahlkampf. Auch wenn einiges beruflich und privat nun eine gewisse Neuorganisation bedürfe, sei er schon voll motiviert, das Amt anzutreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,81 Prozent.

Schönherr siegt in Neustift

Auch in Neustift hat der Amtsinhaber Peter Schönherr durchgesetzt. 52,9 Prozent der WählerInnen stimmten bei einer Wahlbeteiligung von 81,08 Prozent für ihn. Nun gilt es für ihn, auch im Gemeinderat eine Mehrheit zu finden.

Fulpmes hat gewählt

Amtsinhaber Robert Denifl konnte sich in Fulpmes mit 53,15 Prozent gegen seinen Herausforderer Gottfried Kapferer (46,85 Prozent) durchsetzen. Insbesondere am Weg zur Stichwahl wurde der Wahlkampf durchaus auch mit harten Bandagen geführt. Gerüchten nach denen Denifl nicht vor hätte die gesamte Amtszeit als Bürgermeister leisten zu wollen, wurden von ihm klar ausgeschlossen. Der langjährige Fulpmer Bürgermeister betonte, dass er für die vollen sechs Jahre angetreten sei. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 71,97 Prozent.
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