25.03.2016, 11:40 Uhr

AK: Meistens geht's ums Geld

Ziehen Bilanz: Wolfgang Bartosch, Josef Pesserl, Harald Bachmaier (v.l.) im Gespräch mit Redaktionsleiter Heimo Potzinger (l.) und Geschäftsstellenleiter Robert Grabner (r.).

Grund für Streitigkeiten und Kündigungen sind in der Regel Lohn und Gehalt.

Der Löwenanteil der Auskünfte in der Arbeiterkammer in Feldbach entfällt auf Fragen in Sachen Arbeitsrecht. Von 277 Akten ließ AK-Außenstellenleiter Harald Bachmaier im vergangenen Jahr 21 zur Klagsführung weiterleiten. In den meisten Fällen geht's ums Geld. Bachmaier mahnt zur Vorsicht und rät zur Eile: "Es gibt Verfallsfristen. Viele kommen zu spät."
Verfahrensgründe waren hauptsächlich Lohnstreitigkeiten, Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aber auch Urlaubsersatzleistungen. Was Bachmaier ganz besonders sauer aufstößt? Viele Betriebe im Handel würden sich bewusst von älteren Dienstnehmern trennen. Grund: das höhere Gehalt im Alter.

Mitarbeiter austauschbar

Im Speziellen in der Lebensmittelbranche und im Möbelhandel ist ein Trend hin zum Abbau älterer Mitarbeiter auszumachen. Dabei: Das Gehalt variiere je nach Stufe im Kollektivvertrag durchschnittlich um lediglich 300 Euro, so Bachmaier. Aber vor allem im Lebensmittelhandel, wo Beratung kaum noch stattfinde, seien die Mitarbeiter leicht austauschbar geworden.
Was in der Bilanz der AK Südoststeiermark auch negativ zum Ausdruck kommt, ist die Zunahme an psychisch bedingten Krankenständen. Bachmaier: "Die Dienstnehmer sind dem Arbeitsdruck nicht mehr gewachsen." Mit Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung könnten die Unternehmer das Problem selbst in den Griff bekommen. Die AK versucht seit Jahren, dafür das Bewusstsein zu schärfen.

AK ist klar die Nummer eins

Laut Steiermarks AK-Präsident Josef Pesserl hätten Untersuchungen gezeigt, dass jeder in die ganzheitliche Gesundheitsförderung investierte Euro von doppelt bis zehnfach als Gewinn wieder zurückkommt.
Die Beratungsschwerpunkte sind landesweit dieselben, wie AK-Direktor Walter Bartosch bestätigt. Was Arbeitsrecht betrifft, habe die AK so etwas wie eine Monopolstellung. Zwei Drittel aller Einsprüche werden über die AK geführt. Deshalb ließe sich der Markt gut beobachten.
Neben der Vertretung im Arbeitsrecht gewinnt der Konsumentenschutz an Bedeutung. Bartosch: "In 40 Prozent der Fälle geht es ums Mietrecht."
Aus Sicht der Mitglieder gab es auch Erfreuliches zu berichten: Die Volkshochschulkurse haben sich im Bezirk mehr als verdoppelt. 4.860 Kurse wurden besucht. Steiermarkweit sind es 65.000, weiß AK-Boss Pesserl.

Leistungsbilanz der Arbeiterkammer

Südoststeiermark
• 3.489 Rechtsauskünfte (2.938 im Arbeitsrecht), davon 1.461 persönlich.
• Im Arbeitsrecht (inklusive Jugendschutz) wurden 190.848 Euro erstritten, im Konsumentenschutz waren es mehr als 50.000 Euro.
• 4.860 VHS-Kurse

Steiermark
• 43 Mio. Euro insgesamt (11,8 Mio. im Arbeitsrecht, davon 5,76 Mio. in 13 Außenstellen)
• 60.000 VHS-Kurse
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