29.08.2016, 04:36 Uhr

Fehring ist immer für Überraschungen gut

Kontrollieren den Auszug: Johann Winkelmaier, Maximilian Koren und Franz Fartek (v.r.).

Zuerst Soldaten, dann Flüchtlinge – und nun eine Art WG? Hier steht die "bunteste Kaserne".

Auf ein Jahr befristet war die ehemalige Hadik-Kaserne in Fehring Quartiergeber für Asylwerber aus 23 Nationen. Jetzt wird gerade geräumt. Grund: Der Vertrag mit dem Innenministerium ist am 19. August ausgelaufen. Bis das neue sogenannte Verteilzentrum in der Grazer Hergottwiesgasse in Containerbauweise errichtet ist, werden die Asylwerber von Leoben aus den Gemeinden zugewiesen.
Die allerersten Flüchtlinge waren im Vorjahr am 14. August nach Fehring gebracht worden. 2.930 Asylwerber insgesamt sind bis zum letzten Tag in dem Lager für 150 Personen untergekommen, wie Maximilian Koren vom Innenministerium den Aufzeichnungen entnimmt. Dass die "Kaserne" während der Grenzübertritte in Bad Radkersburg vorübergehend – aber in Absprache zwischen Gemeinde, Land und Ministerium – bis zu 250 Personen aufnehmen musste, daran stößt sich heute niemand mehr. Zuletzt seien nur noch bis zu 30 Menschen gleichzeitig da gewesen. "Zwischendurch war sogar nur ein Einziger hier", so Johann Winkelmaier. In den Gesichtern des Bürgermeisters und seines Vize LAbg. Franz Fartek steht Erleichterung geschrieben. Nach anfänglicher Skepsis ist das Jahr ohne Vorkommnisse vorübergegangen. Der Dank gebühre vor allem Ex-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Nachfolger Wolfgang Sobotka. Die beiden hätten Wort gehalten.


Kommt das Dorf in der Stadt?

Was viel mehr interessiert als der Blick zurück, ist die künftige Nutzung der nun leer stehenden Gebäude der ehemaligen Kaserne. Mit 1. September kann die Gemeinde wieder über das Grundstück verfügen. 605.000 Euro musste man für die aufgebauten Gebäude hinblättern. Ein angrenzendes 2,5 Hektar großes Land erwarb man um 255.000 Euro. Und den 10 Hektar großen Truppenübungsplatz, den sogenannten Panzerberg, ersteigerte Fehring um 395.000 Euro. Die Investition von mehr als 1,2 Millionen Euro soll sich alsbald refinanzieren. Aber wie bekommt man den geschlossenen Grund mit teils Bauland und teils landwirtschaftlicher Fläche an den Mann? Die Antwort darauf könnten die Gespräche mit einer Bietergruppe geben.
"Leben in Gemeinschaft" interessiert sich für die Liegenschaften im Gesamtpaket. In einer Ausschusssitzung im Juni präsentierte Andreas Schindler, einer der Initiatoren, die Vision. Die Vereinsmitglieder möchten eine Lebensgemeinschaft für Jung und Alt mit dörflichem Charakter gründen. Nach langer Suche wollen sie laut Homepage www.lebeningemeinschaft.at in Fehring fündig geworden sein.
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