16.03.2016, 09:00 Uhr

Ein Kindergarten im Wald

Die Waldkiebitze in Zirl sind ein Waldkindergarten mit Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung.

Jeden Tag verbringen die Zirler Waldkiebitze an verschiedenen Plätzen im Wald - und das bei jedem Wetter.

ZIRL. Die meiste Zeit verbringen sie im Wald, die Waldkiebitze: Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren haben sich in Hochzirl neben dem alten GH Kaiser Max ihr eigenes Paradies geschaffen. Der private Waldkindergarten ist vor 5 Jahren aus einer Eigeninitiative entstanden und wird von Mag. Daniela Holer geleitet (dzt. in Karenz). Die Waldkiebitze gehören dem ehrenamtlichen Verein "Waldkiebitze – Groß und Klein im Einklang mit der Natur" an. "Bei uns geht es darum, Kinder wieder zurück in die Natur zu bringen, ihnen die Umwelt bewusst zu machen. In dieser Umgebung lernen sie Eigenverantwortung zu übernehmen, werden zu selbstbewussten Menschen herangezogen", erklärt Sandra, die zusammen mit Leni und Kindergartenleiterin Maria 15 Kinder betreut: "Die Nachfrage ist groß, es gibt eine Warteliste! Heuer kommen fünf in die Schule, daher können wir nur fünf Neue aufnehmen."

Tage im Wald
Der Tag beginnt um 7 Uhr, Eltern bringen ihre Kinder nach Hochzirl. "Da sind wir noch in den Räumen", erzählt Leni: "Gleich geht's aber in die Natur, bis in den frühen Nachmittag hinein."
Nach einem Gong bilden die Kinder den Morgenkreis, begrüßen einander, singen ein Lied, dann wird losmarschiert. "Die Kinder haben oft Ideen, nach denen richten wir uns und stellen ein Programm zusammen." Nach ein paar Minuten erreichen wir eine Waldlichtung, die Kinder nutzen den frischen Schnee und rodeln.
Körperbewusstsein steigt, die Fantasie wird angeregt
Körperwahrnehmung, Mut und Robustheit: Auch das sind Eigenschaften, die Eltern überzeugen, ihr Kind in einen Waldkindergarten gehen zu lassen, hier sind Entfaltungsmöglichkeiten gegeben. Ein gefällter Baum wird etwa zu einem Flugzeug, zum Drachen oder eine Wurzel wird ein Hubschrauber. Der Wald regt die Fantasie der Kinder an. Der Kindergarten hat auch einen eigenen Gemüsegarten, es werden Vögel gefüttert und Tierspuren gelesen. Ein Nebeneffekt des Spielens in der freien Natur ist neben der Selbstbestimmtheit auch die Förderung der Gesundheit: Ein Waldkiebitz wird nur selten krank!

Waldkiebitze

Die Waldkiebitze in Zirl sind ein Waldkindergarten mit Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung. Die pädagogische Ausrichtung kann als Autonomiepädagogik bezeichnet werden. Die Betreuerinnen sind achtsame Partnerinnen in einer natürlichen, nicht reizüberfluteten Umgebung, wo die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, experimentieren, forschen und die Natur erleben können. Homepage: www.waldkiebitze.at
Der erste Waldkindergarten entstand in Dänemark in den 1950er Jahren. Seit den 1990er Jahren setzte sich das Waldkindergartenmodell endgültig durch.
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