28.09.2016, 00:00 Uhr

Land Tirol setzt auf Wildwarngeräte

Romans Cartoon der Woche zum Thema "Wildwarngeräte" (Foto: Cartoon Roman Ritscher)

Jetzt heißt es wieder aufpassen: Jährlich kommen in Tirol 1.310 Wildtiere im Straßenverkehr zu Tode.

"Pro Jahr verzeichnet die Bezirksstelle Innsbruck Land des Tiroler Jägerverbandes um die 300 Straßenverkehrsopfer unter den Wildtieren. Der Großteil, nämlich 83 % des Verkehrs-Fallwilds im vergangenen Jagdjahr, waren Rehe", berichtet Bezirksjägermeister Thomas Messner. Allein dieses Jahr fielen im Bezirk Innsbruck Land 150 Stück Schalenwild (Reh, Hirsch, Gams) dem Verkehr zum Opfer, so Messner: "Durch die kürzeren Tage fallen Stoßverkehrszeiten im Herbst nun wieder in die Zeit der Dämmerung. Da die meisten Wildtiere dämmerungsaktiv sind bedeutet das für uns Menschen nicht nur vermehrte Sichtbarkeit des Wildes, sondern auch erhöhte Unfallgefahr mit Wildtieren auf den Straßen. Zudem befinden wir uns nun in der Zeit der Hirschbrunft. Auf der Suche nach dem richtigen Paarungspartner sind daher Rothirsche besonders wanderaktiv. Nach der Sommerzeit befinden sich auch viele Wildtiere auf die Wanderung von ihrem Sommerlebensraum in ihre Winterlebensräume und müssen Hindernisse wie Straßen häufiger überqueren."

Gefahr nicht unterschätzen

Trotz zahlreicher Wildwarneinrichtungen können Wildunfälle jederzeit und teilweise völlig unverschuldet passieren. Die Gefahr für den Fahrer ist dabei nicht zu unterschätzen, wirkt laut ÖAMTC etwa bei einem Aufprall mit 100 km/h auf ein 20 Kilogramm schweres Reh eine Kraft von zwei Tonnen auf Fahrzeug und Fahrer.

Richtig reagieren

Steht ein Wildtier vor einem auf der Straße, sollte man am besten bremsen, abblenden und hupen. Ist ein Unfall in Zusammenhang mit Wildtieren passiert, ist oft nicht klar wie man am besten reagiert. Wichtig ist es immer den Vorfall der Polizei und möglichst der zuständigen Jägerschaft zu melden, klärt der Bezirksjägermeister auf.
Flüchtet verletztes Wild nach einem Unfall, ist es hilfreich die Unfallstelle zu markieren oder zu notieren. Dann kann mit Hilfe eines ausgebildeten Jagdhundes die Nachsuche rasch durchgeführt werden und das Tier, wenn notwendig, von seinem Leid erlöst werden. Zu diesem Zweck steht auf der Homepage des Tiroler Jägerverbandes (www.tjv.at) auch ein Formular zum Download zur Verfügung, in dem sämtliche Daten über den Unfallhergang eingetragen werden können (Formular am besten immer im Auto verwahren).

Um Wildunfälle zu vermindern ...

... betreiben das Land Tirol und der Tiroler Jägerverband bereits seit mehreren Jahren das „Wildwarner“ Projekt gemeinsam. Im Jahr 2015 wurden im Zuge dieses Projekts 2.245 Stück Wildwarner in Tirol montiert, die das Wild optisch oder akustisch vor nahenden Fahrzeugen warnen. Auch die Warnschilder „Achtung Wildwechsel“ gilt es ernst zu nehmen und mit erhöhter Aufmerksamkeit auf wechselndes Wild zu achten. Gefährliche Stellen sind vor allem Straßenabschnitte durch Waldgebiete und entlang von Wiesen und Feldern. Quert hier ein Tier in sicheren Abstand die Straße gilt besondere Vorsicht, da gerade bei Rehen oder Hirschen meist weitere nachfolgen und ebenfalls die Straße queren.
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