09.07.2016, 14:43 Uhr

Selbstbehauptung für Frauen

v.l.: GR Oliver Wille mit den Referenten Katja Tersch und Roland Schweighofer

Gelungener Vortrag über das richtige Verhalten in Gefahrensituationen im Telfer Sozialsprengel

TELFS (tusa). Rund 90 % der Menschen, die körperliche, sexualisierte oder psychisch-emotionale Gewalt erfahren, sind Frauen. Allerdings beschränkt sich die Ausübung von Gewalt nicht nur auf die Öffentlichkeit und geschieht unabhängig von Bildungsstand, religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit sowie der Höhe des Einkommens. Auch können Menschen in der Privatsphäre, im Familienrahmen oder im sozialen Nahraum Gewalt ausgesetzt sein.

Um besonders Frauen für dieses Thema zu sensibilisieren, wurde kürzlich eine Schwerpunktveranstaltung vom Telfer GR Oliver Wille, der für Sicherheitsfragen zuständig ist, organisiert. In den Räumlichkeiten des Sozialsprengels in der Kirchstraße hielten Katja Tersch und Roland Schweighofer vom Landeskriminalamt einen Vortrag mit dem Titel „Sicherheit (nicht nur) in der Öffentlichkeit“ und informierten zahlreich erschienene Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das richtige Verhalten und Reagieren in Gefahrensituationen. Während im theoretischen Teil des Vortrags die Begriffe Notwehr und Notrecht definiert sowie die rechtliche Grundlage bei einem möglichen Überfall geklärt wurden, wurde im praktischen Teil der richtige Umgang mit Hilfsmitteln wie auch Selbstverteidigungswaffen gezeigt. Dabei betonten die Referenten mehrmals die Relevanz der Körperhaltung. Durch das sichere Auftreten, die kontrollierte Atmung, den geraden Blick und durch eine höflich bestimmte Ansprache wird Selbstsicherheit ausgestrahlt und somit die Bereitschaft zur Selbstverteidigung nach außen signalisiert. Damit ist jedoch nicht das Beherrschen von Kampfsportarten gemeint, sondern das Bewusstsein über die Fähigkeiten des eigenen Körpers.

Einen weiteren wichtigen Teil des Abends bildete der Vortrag über Selbstverteidigungswaffen. Obwohl das Besitzen eines Pfeffersprays beispielsweise dem Menschen das Gefühl der Sicherheit gibt, kann ihre Verwendung im Ernstfall problematisch sein. Daher ist es wichtig, den Umgang mit solchen Mitteln zu üben, bevor sie tatsächlich verwendet werden müssten. Nützliche Hilfsmittel, die keine Waffen sind, sind Personen- oder Handtaschenalarme (Lautstärke zwischen 120 und 190 db) sowie Taschenlampen mit Blinkfunktion, um in einer Gefahrensituation Täter zu blenden. Trotz allem ist es von Vorteil, Notrufnummern immer in der Kurzwahltaste einzuspeichern, um sofort die Polizei verständigen zu können.
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