15.09.2016, 12:41 Uhr

Telfer Andrä Stigger neuer Geschäftsführer beim Klimabündnis Tirol

Andrä Stigger mit dem Vorstand-Team des Klimabündnis Tirol, v.l.n.r.: LHStv.in Ingrid Felipe, Bruno Oberhuber, ehem. Geschäftsführerin Anna Schwerzler, Andrä Stigger, Telfer Vize-Bgm. Cornelia Hagele. (Foto: Klimabündnis Tirol)

Am Montag, 12.9., wurde der neue Geschäftsführer des Klimabündnis Tirol vorgestellt. Andrä Stigger, ehemaliger Leiter des Welthaus der Diözese Innsbruck und der Caritas Auslandshilfe, bringt einen stark sozial-geprägten Zugang in die Vereinsarbeit ein. Als zentralen Aspekt sieht er die Bildungsarbeit im Kontext des fortschreitenden Klimawandels. Mit dem Klimaschutzlehrgang 2017 will man allen Interessierten, aber vor allem den politischen Verantwortungsträgern, die Möglichkeit bieten, sich in diesem Zukunftsthema weiterzubilden.

TELFS. Nach 10 Jahren verlässt die Vorarlbergerin Anna Schwerzler das Klimabündnis Tirol, um in Ihrem Heimatbundesland die Fahrradkoordination des Landes in die Hand zu nehmen. Ihr folgt Andrä Stigger nach, der seit September die Aufgaben als Geschäftsführer wahrnimmt. Der ehemalige Leiter des Welthaus und der Caritas Auslandshilfe freut sich auf eine engagierte Zusammenarbeit im Team und möchte einen Schwerpunkt in der Bildungs- und Bewusstseinsarbeit setzen: „In den letzten Jahren wurden sehr viele Informationen über den Klimawandel gesammelt und Modelle entwickelt, wie die weltweite Erwärmung reduziert werden kann. Wir wissen viel – jetzt geht es darum dieses Wissen umzusetzen und in den Alltag zu integrieren. Das möchten wir mit dem Weiterbildungsangebot des Klimabündnis erreichen“, so Stigger.

Ein Grundstein dieses Weiterbildungsangebots ist der „Lehrgang zum/zur kommunalen Klimaschutzbeauftragten“, den das Klimabündnis Tirol ab Februar 2017 wieder anbietet. Der Lehrgang richtet sich an GemeindevertreterInnen, aber auch an alle privat Interessierten, die sich ein fundiertes Know-how in Sachen Klimaschutz und Klimawandelanpassung aneignen möchten. In insgesamt 5 Modulen werden Themen wie Energie, Mobilität, Beschaffung und Abfall behandelt und konkrete Handlungsmöglichkeiten für Gemeinden und Einzelpersonen ausgearbeitet. Teilnehmende mit Gemeindebezug werden vom Land Tirol mit 50 % der Lehrgangskosten gefördert.

Klimabündnis Obfrau und Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe freut sich über die ambitionierten Zukunftspläne des neuen Geschäftsführers: „Im letzten Jahrzehnt hat das Klimabündnis viel erreicht – mittlerweile zählen wir 64 Mitgliedsgemeinden in Tirol, Tendenz steigend. Trotzdem ist noch viel zu tun, um den fortschreitenden Klimawandel in den Griff zu bekommen. Mit Andrä Stigger haben wir einen kompetenten neuen Geschäftsführer gefunden, mit dem das Klimabündnis einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird, dass wir ökologischer und nachhaltiger mit unserem Planeten umgehen“.

Interview mit Andrä Stigger

(Quelle: Klimabündnis Tirol)
Herr Stigger, was bedeutet Klimaschutz für Sie? Wo sehen Sie die Herausforderungen und die Chancen, auch in Bezug auf die Arbeit des Klimabündnis Tirol?
Andrä Stigger: Klimaschutz ist Lebensschutz. Sich für den Klimaschutz zu engagieren heißt, sich für ein gutes Leben auf Gemeindeebene, in Tirol und international stark zu machen. Klimaschutz umfasst alle Lebensbereiche, die Herausforderungen sind vielfältig. In den letzten Jahren wurden sehr viele Informationen über den Klimawandel gesammelt und Modelle entwickelt, wie die weltweite Erwärmung reduziert werden kann. Wir wissen viel – jetzt geht es darum dieses Wissen umzusetzen und in den Alltag zu integrieren. Das Klimabündnis möchte aktiv diesen gesellschaftlichen Wandel mitgestalten und wird in den nächsten Jahren vermehrt Bildungs- und Bewusstseinsarbeit leisten – darin sehe ich eine große Chance.

Das Klimabündnis zählt ja inzwischen 64 Mitglieds-Gemeinden in ganz Tirol. Wie wichtig ist Klimaschutz-Politik auf Gemeindeebene? Was kann der oder die Einzelne tun?
Andrä Stigger: Die Klimabündnis-Gemeinden sind unsere Stärke. Klimaschutz, der von Gemeinden getragen wird, ist nachhaltig und alltagstauglich. Durch die Mitgliedsgemeinden bleibt „lokal handeln – global denken“ keine Floskel sondern wird konkret. Jeder kann einen Beitrag leisten. Müllvermeidung, weniger Fleisch essen, mehr Wege mit dem Rad zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, Energiesparen,… Aber wir sind auch aufgefordert uns mit der Frage „Wie wollen wir in Zukunft leben“ zu beschäftigen.

Sie selbst waren Nachhaltigkeitskoordinator bei der Caritas Tirol – wie lässt sich soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen?
Andrä Stigger: Die beiden Begriffe sind nicht zu trennen und gehören immer gemeinsam gedacht. Wir können den Klimawandel nicht fragmentarisch lösen. Klimaschutz ist nicht nur Umweltschutz sondern betrifft unser Zusammenleben auf allen Ebenen. Als wichtigen Partner in dieser Frage sehe ich auch die Wirtschaft. In den nächsten Jahren wollen wir als Klimabündnis Tirol vermehrt mit den Tiroler Wirtschaftsunternehmen zusammenarbeiten und bieten dazu unserer Zertifizierung zum Klimabündnis-Betrieb an. Das Land Tirol als Fördergeber ist hier eine wichtige Stütze.

Seit September sind Sie Geschäftsführer des Vereins Klimabündnis Tirol. Was hat Sie zu diesem inhaltlichen Wechsel – von der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit hin zum Klimaschutz – bewegt?
Andrä Stigger: Die beiden Bereiche sind inhaltlich nicht weit voneinander entfernt. Das Klimabündnis Tirol unterstützt ein Entwicklungsprojekt am Rio Negro in Brasilien und zeigt damit die die globale Perspektive unserer Arbeit auf. In der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit spielt aber auch die Bildungsarbeit in Tirol eine zentrale Rolle. Inhaltich sehe ich viele Parallelen. Manchmal ist es einfach gut etwas Neues zu wagen und ein gewohntes Arbeitsfeld hinter sich zu lassen.

Was sind Ihre Zukunftspläne – was können wir vom Klimabündnis Tirol in den nächsten Jahren erwarten?
Andrä Stigger: Wir werden in den nächsten Jahren in den Bereichen Mobilität, Soziales und Lebensstil einen Bildungsschwerpunkt setzen. Den Anfang macht der Lehrgang zum kommunalen Klimaschutzbeauftragten, der im Februar 2017 startet. Dabei geht es um die Vermittlung von Wissen über Klimawandel und Klimaschutz, das Kennenlernen von Best Practice Beispielen und Grundlagen der Gemeinwesenarbeit. Wir möchten hier Experten und Expertinnen für ganz Tirol ausbilden, die sich dann in Ihrer Heimatgemeinde für Umweltthemen stark machen können. Das ist der Weg, den wir gehen möchten: Vom Einzelnen, über die Gemeinden, hin zum globalen Klimaschutzgedanken.
Vielen Dank für das Gespräch!
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