22.04.2016, 16:10 Uhr

Übergabe von historischen Gegenständen an das Ganghofermuseum

(Foto: Heinz Holzknecht)

Kürzlich wurden dem Bürgermeister von Leutasch einige historisch interessante Gegenstände übergeben.

LEUTASCH. Den Überbringern - Hannes Scharmer (letzter Zollamtsleiter) und Konrad Liegl, Inspizierender der Zollwache aD. gelang es, nach Schließung der Grenzämter einige Gegenstände mit symbolischem Charakter zu retten. Bei dieser Übergabe im Ganghofermuseum anwesend war selbstverständlich auch Frau Iris Krug. Übergeben wurden: Die Amtstafeln der seinerzeitigen Zolldienststelle, ein Petschaft für das Amtssiegel, der Behördenstempel des Zollamtes, sowie die ältesten 10 „Amtlichen Mitteilungen“ aus dem Jahr 1945, die damals von der Oberbehörde an die neuerrichteten Zolldienststellen ergingen.

Selbst wenn viele Leutascher die Zeit mit dem Zollamt in keiner guten Erinnerung haben, so bleibt es doch eine geschichtliche Tatsache, dass Leutasch – mit Ausnahme der Zeit von 1938-1945 – eine Grenzgemeinde war und eigentlich auch irgendwie noch immer eine ist.

Nach dem Ende des II.Weltkrieges
überwachten vorerst Militärangehörige der Alliierten die wiedererrichtete Staatsgrenze. Mit Zustimmung der Militärregierung hatte ein provisorischer Ausschuss des Oberfinanzpräsidiums in Innsbruck versucht wieder eine geordnete Verwaltung aufzubauen. Mit der „Amtlichen Mitteilung“ Nr.9 vom 28.August 1945 wurde auch die Dienststelle „Leutaschschanz“ errichtet, und so kamen auch die ersten österreichischen Zöllner wieder ins Tal. Die vordringlichste Aufgabe war die Hintanhaltung jeder Schädigung des Wirtschaftslebens durch Schmuggel mit Devisen, Vieh, den knappen Lebensmitteln und anderen wichtigen Bedarfsartikeln. Da es vorerst noch keine einheitliche Uniformierung für Zollwachebeamte gab, war die rot-weiß-rote Armbinde mit französischem Dienststempel wichtig. Die Aufgaben der Zollämter änderten sich im Laufe der Zeit und so kam es, dass 1969 die Gendarmerie an den Grenzen abgezogen wurde und die Zollwache auch die Personen- und Passkontrolle übernahm.

Mit dem Eintritt Österreichs in die Europäische Union im Jahre 1995 wurden die Zollaufgaben hinfällig und durch das Inkrafttreten des Schengener Abkommen entfielen auch die Personenkontrollen. Drei verbliebene Gebäude erinnern noch an die Grenzzeiten, es sind die aus der Kaiserzeit stammende Dogana (Heute Klammgeist), ein kleines Amtsgebäude oberhalb der Straße und das später errichtete Gemeinschaftszollamt, in dem auch die deutschen Kollegen ihren Dienst versahen. Im April 1999 wurden sämtliche Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben und in der Folge auch veräußert.
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