13.03.2016, 17:18 Uhr

Zirl im 21.Jahrhundert...

I had a dream...

...wenn morgen Wahlen wären, dann wäre Zirl eine Gemeinde, in der der Schulweg endlich sicher wäre, in der die Kosten für Kinderbetreuung und Essen unter dem Tiroler Schnitt lägen, anstatt weit darüber, in der der Schuldenberg abgebaut und trotzdem der Lebensstandard erhalten bleibt UND Zirl wäre eine Gemeinde, in der eine Frau das Bürgermeisteramt innehätte.

Eine Frau, die aus dem politischen Feld kommt und beim ersten Antritt die Stichwahl erreicht, eine Frau die engagiert wirkt und ihre Worte nicht wie bloße Hülsen erscheinen lässt, eine Frau, die in der Stichwahl selbst aber dann dem männlichen Gegner unterliegt und genau hier bin ich aufgewacht...

Zu schön wäre der Traum gewesen von einem Zirl, das im 21. Jahrhundert zeigt, dass Frau und Mann in jeder Hinsicht gleichberechtigt sind, also auch was hohe politische Ämter angeht. Erst kürzlich wurde bekannt, dass in Egg in Vorarlberg die Bürgermeistern aus ihrem Amt gemobbt wurde, von so genannten Wutbürgern, die der Ansicht sind die Frau Bürgermeister auf ihren Platz setzen zu dürfen.

Zu Hause an den Herd und bei den Kindern! Hände falten, Goschn halten, putzen und Kindersklave sein, das ist die Rolle der Frau, auch im 21. Jahrhundert und genau das wurde beim Ergebnis der heutigen Stichwahl deutlich.

Keiner kann mir wirklich einreden, dass eine Liste die bessere Wahl ist, die sich nicht einmal offen zu ihrer Parteizugehörigkeit deklariert, die seit sechs Jahren im Gemeinderat sitzt und die Entscheidungen von Zirl aktiv mitgetragen hat, somit ebenfalls den enormen Schuldenstand zu verantworten hat, nach unpopulären Entscheidungen aber regelmäßig via Bezirkszeitung gegen getroffene Gemeinderatsbeschlüsse wetterte, so wie es Werner "der Große" eben in dieser Partei gerne vorlebt.

Nein, der Wahlausgang hat einzig eine frauenfeindliche Komponente in sich, eine zutiefst diskriminierende Einstellung Frauen und Müttern gegenüber, eine ewig gestrige Lebensweise, die Frauen da haben möchte, wo sie möglichst wenig Einfluss nehmen können und was noch viel schlimmer ist, diese Denkweise wird nicht nur von Männern getragen. Oft sind es die Frauen selbst, die andere Frauen und Mütter diskriminieren und sie auf den von ihnen zugedachten Platz verweisen.

Auch wenn oft und gerne gen Skandinavien geblickt wird und diese Länder für ihre gleichberechtigte Einstellung gelobt und beneidet werden. Um dort hin zu gelangen, braucht es vor allem eines: Nervenstärke, Geduld und Intelligenz.

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen und Männer aus gebildeteren Schichten das alte Rollenbild ablehnen, ebenso ist es kein Geheimnis, dass es sich hartnäckig in jenen Regionen hält, in denen Bildung letztrangig ist.

Auch wenn die Zeit längst reif ist für eine Frau als Bürgermeisterin und das 21.Jahrhundert erreicht...so lange Köpfe im Mittelalter festhängen, träume ich lieber und hege die Hoffnung, dass unsere Töchter alles erreichen, was sie sich für ihr Leben wünschen, vor allem aber die Ausdauer, Nörgler hinter sich zu lassen, ein selektives Gehör, um all die dummen Sager der ewig gestrigen zu überhören und vor allem Weitblick und Zielstrebigkeit, um auf ihre Herzen zu hören und nach den Sternen zu greifen...
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