05.07.2016, 09:34 Uhr

Restmüll-Gebühr im Bezirk ist viel zu hoch

Die mechanische Abfallsortieranlage im Ahrental wurde im Juli 2011 eröffnet. (Foto: Kretzschmar)

Bürgermeister wollen Restmüllentsorgungssystem mit überhöhten Tarifen nicht mehr länger akzeptieren!

BEZIRK. Die Gemeinden in Tirol zahlen unterschiedlich viel für die Restmüllentsorgung, am meisten trifft es jene in den Bezirken Innsbruck-Stadt, -Land und Schwaz. Die Gemeinden zahlen hier 193 Euro pro Tonne Restmüll, in den Bezirken Kufstein nur 135 Euro oder in Reutte nur 95 Euro (ohne Transportkosten).

System in Frage stellen
Der Kemater Bürgermeister Rudolf Häusler trat auf die Barrikaden, übt scharfe Kritik zur Restmüllentsorgung im Ahrental und hofft auf viele Mitkämpfer unter seinen BürgemreisterkollegenInnen. Der Telfer Bürgermeister Christian Härting hat sich zu dieser Causa auch immer kritisch geäußert und wird die Thematik auch bei der nächsten Sitzung der ATM jedenfalls zur Sprache bringen. "Bei einem solchen Zusammenschluss wie dem Ahrental müssen immer die Gemeinden im Vordergrund stehen und nicht marktwirtschaftliche Interessen und eine Gewinnmaximierung", erklärt die Telfer Umweltreferentin VBgm. Mag. Dr. Hagele Cornelia auf BB-Anfrage und führt weiter aus: "Für mich ist es so, dass die Vor- und Nachteile immer abzuwägen sind. Bei einem gemeinsamen Projekt geht es eben nur, wenn alle mitmachen und auch dabei bleiben. Der Vorteil ist, dass man eine "Entsorgungssicherheit" hat und die Preise stabil bleiben. Schwankungen, die es am freien Markt gibt, entgeht man dadurch natürlich. Was allerdings nicht passieren darf ist, dass die Preise vom Markt so wesentlich abweichen."

50 € pro Tonnen weniger
ATM-Geschäftsführer Alfred Egger begründet diese Kosten, die durch (vom Land vorgeschriebenen) Bahntransporte zustande kommen, zudem werde zu wenig Müll angeliefert, die Anlage ist für höhere Mengen dimensioniert. Neben der ATM betreiben die Innsbrucker Kommunalbetriebe die Anlage, die seit fünf Jahren läuft.
Das Ziel ist für den Kemater Ortschef ist klar, wie er gegenüber BEZIRKSBLÄTTER behauptet: "Die Gebühren müssen um mindestens 50 Euro pro Tonne billiger werden, und dafür werde ich kämpfen!"

"Gegen blödsinnige Idee"
Der Völser Gemeinderat Franz Köfel zieht dafür jene Politiker zur Verantwortung, welche vor rund 10 Jahren die geplante Restmüllverbrennungsanlage in Kundl mit fadenscheinigen Argumenten verhindert haben: "Als Umwelttechniker bin ich damals gegen diese blödsinnige Idee der angeblich biologisch-mechanischen Müllbehandlungsanlage und für die Verbrennungsanlage in den Medien aufgetreten. Das 'biologisch' wurde im Ahrental inzwischen gestrichen und mechanisch wird bei Weitem nicht soviel Kunststoff aus dem Restmüll getrennt, dass es sich, wie zu Anfang behauptet wurde, auszahlen würde. Wir haben in Tirol sowieso die Abfalltrennung in den Haushalten. Diese Anlage ist ein einziger Reinfall auf Kosten der Bürger."
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