29.06.2016, 00:00 Uhr

Vom Lehrling zum Chef: "Der Job wurde mir in die Wiege gelegt"

Rudi Rohowsky übernahm sehr früh den Betrieb, vorerst auch ohne Meisterprüfung. (Foto: Privat)

Rauchfangkehrer Rudi Rohowsky aus Telfs musste schon sehr früh Chefqualitäten beweisen.

TELFS. Seit fast 20 Jahren führt Rudolf Rohowsky seinen Betrieb in der Telfer Saglstraße. Der Betrieb bezieht sich auf das Jahr 1872: Die Firma lautete damals auf Dietrich und wurde vom Stiefgroßvater des jetzigen Eigentümers in der Bahnhofstraße geleitet.

War es immer schon Dein Wunsch, in dieser Branche selbständig zu werden?
RUDI ROHOWSKY: Eigentlich ja, es wird einem ja quasi in die Wiege gelegt. Als Unternehmersohn erfährt man ja schon beim Sonntagsfrühstück die Freuden und Herausforderungen der Selbstständigkeit.

Wie schwierig war die Firmenübernahme/-gründung?
ROHOWSKY: Durch den leider sehr frühen und plötzlichen Tod meines Vaters musste alles sehr schnell gehen. Ich hatte noch keine Meisterprüfung, und ein „Witwenfortbetrieb“ durfte nicht länger als ein Jahr ohne Meister arbeiten. Es war damals Vorschrift, dass man mindestens zwei Jahre als Geselle arbeitet, das ging sich bis zum Prüfungszeitpunkt auch nicht aus. Aber letztendlich durfte ich übernehmen, die Behörden waren äußerst kooperativ.

Wie hat sich das Geschäft weiter entwickelt?
ROHOWSKY: Durch den Rückgang bei den Kehrungen gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Mitarbeiter reduzieren oder neue Geschäftsbereiche erschließen. Zum Glück handelte mein Vater bereits mit Feuerlöschern; inzwischen sind wir hier der größte Anbieter im Oberland. Im Jahr 2000 bekam ich die Gewerbeberechtigung für Kaminsanierung und 2001 bauten wir den ersten Teil unseres Ofenstudios, welches wir 2011 erweiterten. Seit 2008 haben wir noch den Shop „Rauchzeichen trifft Steinreich“.

Welche Herausforderungen hat heute ein Geschäftsinhaber zu bewältigen?
ROHOWSKY: Dadurch, dass wir sehr breit aufgestellt sind, werden auch die Herausforderungen immer anspruchsvoller. Es macht Spaß diese anzunehmen und zu schauen wo die Reise hingeht. Hier fällt mir immer der Spruch „think globally – act locally“ ein.

Was freut Dich am meisten daran, selbständig zu sein?
ROHOWSKY: Eindeutig der Umgang mit Menschen. Es macht z.B. eine Riesenfreude nach Jahren zu einem Ofenkunden zu kommen und zu hören, dass dies „das beste Stück im Haus ist“ und er ihn „nie wieder hergeben würde“.

Welche betrieblichen Ziel möchtest Du noch erreichen?
ROHOWSKY: Rückblickend wurde im Betrieb praktisch jedes Jahr etwas dazu gebaut, erweitert oder zumindest saniert. Zur Zeit bin ich bei der Planung eines größeren Kunden-Parkplatzes.
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