29.09.2016, 10:13 Uhr

Die Vorteile der neuen Pflegeausbildung

Die Bedeutung der Pflegebranche nimmt massiv zu. (Foto: Franz Neumayr)

Was bringt die Reform der Pflegeausbildung für Pfleger und Patienten? Pflegedirektor Karl Schwaiger weiß es.

HALLEIN (tres). Der Nationalrat hat im Sommer eine Ausbildungsreform der Pflegekräfte beschlossen. Künftig wird es drei Gruppen geben, neben einer Pflegeassistenz eine Pflegefachassistenz sowie die diplomierten Pflegefachkräfte. Pflegeassistenz (Ausbildungsdauer 1 Jahr; bisher Pflegehilfe) und Pflegefachassistenz (2 Jahre) sollen weiterhin an den Krankenpflegeschulen ausgebildet werden.
Die diplomierten Pflegefachkräfte (3 Jahre) werden dann an der Fachhochschule ausgebildet. In Kraft treten soll die Neuerung stufenweise ab September 2016 bis 2024.

Was bringt die Neuerung?

Was aber bringt diese Neuregelung? Karl Schwaiger, Pflegedirektor des Krankenhauses Hallein und diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, freut sich über die neue Ausbildung: "Dadurch wird die Qualität der Pflege verbessert. Ziel war es, durchgängige Systeme zu schaffen. So kann ein Pflegeassistent problemlos an die Ausbildung zum Pflegefachassistenten andocken und es weiter bis zur diplomierten Pflegefachkraft schaffen. Vorher war die Ausbildung teilweise eine Einbahnsituation und ein weiterer Aufstieg nicht mehr möglich."

Auch neue Aufgabenbereiche gibt es in den drei Gruppen. Früher musste ein Pflegehelfer oft auch nicht-medizinische Tätigkeiten verrichten, wie z. B. das Geschirr spülen, er war manchmal, gerade in der Heimpflege, quasi "Mädchen für alles". Ein Pflegeassistent ist aber nur mehr für pflegerische Aufgaben da. Bei der diplomierten Pflege beträgt der Praxisanteil in der Ausbildung mehr als die Hälfte der Zeit. Neu ist in der Ausbildung an der FH der pflegewissenschaftliche Inhalt mit den neuen Pflegemethoden. Zudem gibt es die Bezeichnung “Schwester“ nicht mehr: Der neue Berufstitel lautet “ diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin“.

Vorteil für den Patienten

Was sind die Vorteile für die Patienten? "Die Qualität der Leistungen und das Leistungsangebot verbessert sich, gerade durch die viele direkte Arbeit am Patienten", erklärt Schwaiger. Der Praxisteil in der neuen Ausbildung ist sehr hoch. Pflegekräfte genießen in der Bevölkerung - im Vergleich zu früher - übrigens ein hohes Ansehen: "Wir sind im Beliebtheitsranking immer unter den Top 3-Berufen", sagt Schwaiger, "meistens knapp hinter den Feuerwehrleuten und Apothekern."

Die Pflege als Beruf

Dass man im Pflegebereich wenig verdient sei ein Irrglaube: "Diplomierte Pflegekräfte bekommen nach dem Schulabschluss im Durchschnitt 2.500 Euro brutto als Einstiegsgehalt."
Wer eignet sich für den Pflegeberuf? Der Pflegedirektor sagt: "Man sollte eine gewisse soziale Kompetenz und psychische Stabilität mitbringen. Der Kontakt mit Menschen sollte einem Freude machen. Man darf auch keine Scheu vor Berührungen und Menschen mit Beeinträchtigung haben."
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