25.08.2016, 19:43 Uhr

Mit den Skiern bis vor die Schultür

So war Schule früher: Mit Startnummern ausgestattet, konnte das lustige Skirennen der Rengerberg-Schüler beginnen. Sie fuhren aber auch im Schulalltag oft mit den Skiern zur Schule. (Foto: Privat)

Theresia Rettenbacher besuchte die von 1843 bis 1975 bestehende Schule am Rengerberg.

Interview von Simone Kreuzberger

Welche Schulfächer gab es früher und welches hatten Sie am liebsten?
Theresia Rettenbacher: "Betragen, Fleiß, Religion, Erdkunde, Geschichte, Handarbeit, Turnen, Schönschreiben und Rechnen. Mein Lieblingsfach war Handarbeit. Nur einmal habe ich einen 2er bekommen, da ich für eine Tischdecke zwei Jahr brauchte."

Wie haben Sie die Schule erreicht?
Theresia Rettenbacher: "Immer zu Fuß. Im Winter sind wir mit den Skiern oder dem Schlitten gefahren. Unsere Kleidung war dann so nass, dass sie uns der Lehrer zum Trocknen rund um den Kachelofen gehängt hat. Zur Schule hinunter haben wir 20 Minuten gebraucht und heimwärts gings hinauf, da gingen wir eine Stunde. Manchmal haben wir einen extra langen Schulweg gewählt, damit wir mit den Klassenkameraden länger ratschen konnten."

Gab der Lehrer viel Hausübung auf?
Theresia Rettenbacher: "Nein, da wir ja zu Hause fürs Arbeiten gebraucht wurden. Wir hatten auch fast nie länger als bis 14 Uhr Schule, dafür war aber auch samstags Unterricht."

Gab es damals Schulausflüge?
Theresia Rettenbacher: "Ja, wir sind einmal zu Fuß vier Stunden zum Seewaldsee gegangen. Ich hatte meine neuen Schuhe an und nach dem Ausflug waren meine Füße mit Blasen übersät. Zur Lichtensteinklamm und nach Kaprun sind wir auch einmal mit dem Zug gefahren."

Ist Ihnen noch ein lustiges Erlebnis in Erinnerung?
Theresia Rettenbacher: "Der Lehrer organisierte ein Skirennen, wo jedes Kind einen Preis bekommen hat. Einer meiner Mitschüler bekam ein Stofftaschentuch, weil er immer eine Rotznase hatte."

Wie viele Kinder gingen in eine Klasse?
Theresia Rettenbacher: "Am Rengerberg gab es zwei Schulklassen mit jeweils vier Jahrgängen. Damals ging man acht Jahre in die Volksschule."

Welche Schulutensilien hatte jeder Schüler?
Theresia Rettenbacher: "Hefte, Feder, Tintenfass, Lese- und Rechenbuch, in welche man nichts reinschreiben durfte und die an die nächste Klasse weitergegeben wurden."

Wie sahen die Schuljause und die Ferien damals aus?
Theresia Rettenbacher: "Wir bekamen ein Marmelade- oder Speckbrot zum Essen mit. In den Ferien haben wir nur gearbeitet. Wir hatten kein Fahrzeug, also wo hätten wir schon hinfahren können."

Haben Sie die Schule gern besucht?
Theresia Rettenbacher: "Das darf ich gar nicht sagen ... ich bin überhaupt nicht gerne in die Schule gegangen. Am ersten Schultag hab ich mich unter meinem Bett versteckt. Wir bekamen jedoch eine nette Lehrerin und ab da hat mir die Schule Spaß gemacht."
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