08.09.2016, 08:07 Uhr

Neue Salzburger Sprachkurs-Plattform startet

vlnr.: Werner Pichler, Direktor BFI Salzburg, Katrin Reiter, Projektkoordination Netzwerk Bildungsberatung Salzburg, Landesrätin Martina Berhold, Brigitte Leister, Koordinatorin Sprachtraining Diakoniewerk, Wolfgang Schick, Referatsleiter Integration, Jugend und Generationen (Foto: LMZ/Sabine Bauer)

Aktuelle Kursangebote von insgesamt 70 Anbietern können über eine Plattform abgefragt werden

SALZBURG (sys). Mit drei Projekten geht das Bundesland Salzburg österreichweit neue Wege. Bei allen Projekten stehen Kooperation und Zusammenarbeit im Vordergrund. So bringt die Sprachkurs-Plattform mehr Übersichtlichkeit zu allen Deutschkursangeboten im gesamten Bundesland, die neuen ÖIF-(Österreichischer Integrationsfonds) Deutschkurse werden von einem gemeinsamen Salzburger Bieterkonsortium aus sechs Partnern angeboten – was in dieser Form in Österreich ebenfalls eine Novität ist - und das Freiwilligennetzwerk der Diakonie koordiniert engagierte Sprachtrainerinnen und -trainer im gesamten Bundesland.

Neue Plattform deutschlernen-salzburg.at

Allen, die in Salzburg nach einem passenden Deutschangebot suchen, wird dies nun deutlich einfacher gemacht. Auf der Plattform deutschlernen-salzburg.at finden sich mehr als 600 unterschiedliche Angebote. Heute, Donnerstag, 25. August, stellte Landesrätin Martina Berthold das neue Projekt der Salzburger Bildungsszene gemeinsam mit Wolfgang Schick (Leiter des Referates Jugend, Generationen, Integration), Katrin Reiter (Projektkoordination Netzwerk Bildungsberatung Salzburg), Werner Pichler (Geschäftsleiter des BFI Salzburg) und Brigitte Leister (Koordinatorin Sprachtraining, Diakoniewerk) bei einem Informationsgespräch vor.

Angebote aktuell, übersichtlich und detailliert

"Die Deutschkurse von insgesamt 70 Anbietern werden künftig auf einer Plattform vereinigt. Das Angebot ist dabei immer auch aktuell, übersichtlich und detailliert zugleich. Ehrenamtliche Angebote wie auch institutionelle Kurse können abgefragt werden. Die Onlineplattform informiert darüber hinaus über beides: kostenfreie wie kostenpflichtige Kurse im gesamten Bundesland Salzburg", unterstrich Berthold die Vorteile der neuen Plattform.

"Es war Auftrag und unser spezielles Anliegen in der Integrationsarbeit des Landes die unterschiedlichsten und bis lang oftmals unkoordiniert tätigen Akteure zusammenzubringen. Dies ist gut gelungen und wird den Integrationsbemühungen im Land Salzburg einen zusätzlichen starken Impuls geben", betonte Wolfgang Schick, Leiter des Referats für Jugend, Generationen und Integration.

Wo gibt es den nächsten passenden Deutschkurs?

Am Anfang standen folgende Fragen: "Wo finde ich als uninformierte, außenstehende Person den nächsten passenden Deutschkurs? Gibt es über diesen Kurs hinaus auch weitere Trainingsmöglichkeiten? Und: Wenn ja. Wo?"

Die Netzwerk-Bildungsberatung Salzburg wurde vom Land beauftragt, sich dieser Fragen anzunehmen. Diese hat gemeinsam mit den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachsenenbildung und mit technischer Unterstützung durch das teamforweb die Konzeption, Entwicklung und Implementierung durchgeführt.

Angezeigt werden Kurse, Trainings, Workshops, Begegnungstreffen und anerkannte Prüfungen mit Zertifikat. Die Anmeldung selber erfolgt dann direkt über die jeweilige Einrichtung, die mit Kontaktdaten und Ansprechperson angeführt ist.

Persönliche Information über zentrale Servicehotline

Zur Datenbank gibt es eine zentrale Servicestelle: Das Bildungsline-Team, bestehend aus Beraterinnen und Beratern der Einrichtungen BiBer Bildungsberatung, Frau&Arbeit und des Vereins VIELE, steht bei Fragen täglich zwischen 08.00 und 14.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 208 400 zur Verfügung. Anfragen können auch an frage@bildungsberatung-salzburg.at schriftlich gestellt werden.

Zuschlag für Salzburger Bieterkonsortium bei Deutschkursen des ÖIF

Der ÖIF baut das Angebot an Deutschkursen für Asylberechtigte aus. Die Ausschrei-bung für das Bundesland Salzburg hat das Salzburger Bieterkonsortium bestehend aus BFI Salzburg, Volkshochschule (VHS) Salzburg, WIFI Salzburg, Verein Viele, Verein Einstieg und Diakonie Flüchtlingswerk für sich entschieden. Unter dem Titel "StartDeutsch! Salzburg" werden Alphabetisierungs- und Deutschkurse (A1-Niveau) für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte angeboten. Insgesamt stehen damit ab September weit mehr als 700 Kursplätze für Alphabetisierung und Deutsch-Anfänger zur Verfügung, in die auch die Werte- und Orientierungsschulungen des ÖIF integriert werden. Diese einzigartige Projektpartnerschaft ermöglicht eine breite regionale Abdeckung in Stadt und Land Salzburg.

Miteinander reden und koordiniert zielgerichtet handeln

Die Kurse sind kostenlos und im gesamten Bundesland verfügbar. Das Angebot finanziert sich aus dem Integrationspaket des Außenministeriums (BMEIA). Der Auftragsumfang umfasst ein Volumen von rund 620.000 Euro.

"Wesentliche Einrichtungen der Salzburger Erwachsenenbildung stellen sich erstmals gemeinsam mit Einrichtungen aus dem Sozialbereich koordiniert den Integrationsherausforderungen im Bundesland", betonte BFI-Direktor Werner Pichler, gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachsenenbildung. Pichler bedankte sich auch für die Unterstützung des Integrationsreferats des Landes Salzburg und der ressortverantwortlichen Landesrätin Berthold bei der Entstehung des Anbieterkonsortiums: "Denn nur gemeinsam können die vor uns liegenden Aufgaben zur Integration der tausenden nach Salzburg geflohenen Menschen bewältigt werden. Bei allen Schwierigkeiten im Detail zeigt Salzburg vor, wie es gehen könnte – miteinander reden und koordiniert zielgerichtet handeln!"

Neues Kursangebot "StartDeutsch! Salzburg"

Das neue Kursangebot "StartDeutsch! Salzburg" richtet sich an Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte ab 15 Jahren im Bundesland Salzburg. Da es sich um ein kostenloses Angebot handelt, können Zugangshürden, die eventuell bei kostenpflichtigen Kursangeboten (trotz Fördermöglichkeiten) bestehen, verringert werden. Teil des Angebots sind 16 Brückenkurse (Alphabetisierungskurse) sowie 30 Deutschkurse für das Niveau A1. In den Alphabetisierungskursen gibt es 136 Plätze (durchschnittliche Teilnehmenden-Anzahl 8,5 pro Kurs) und in den A1-Kursen stehen 588 Plätze zur Verfügung (16 bis maximal 20 Teilnehmende). Die A1-Kurse schließen mit einer ÖIF-Prüfung ab.

Der erste Schritt für die Teilnahmen an einem der kostenlosen Kurse ist eine umfassende Sprachstandsfeststellung (Clearing). Diese wird an allen Standorten von der VHS übernommen. Das Ergebnis ist die Zuteilung zu dem individuell passenden Kursangebot. Es gibt außerdem die Möglichkeit, die Prüfung auch ohne vorangegangenen Kursbesuch abzulegen. Anfang September starten sowohl die Clearings sowie auch die kostenlosen Kurse.

Stärkere Zusammenarbeit im Sinne der Freiwilligen

Das Ehrenamt ist eine wesentliche Ressource und unverzichtbare Säule in der Versorgung von Asylwerbenden und der Integration von Asylberechtigten. Das Freiwilligen-Netzwerk der Salzburger Diakonie vermittelt und koordiniert engagierte Sprachtrainerinnen und Sprachtrainer im gesamten Bundesland. Das ist, verglichen mit anderen Bundesländern, ebenfalls eine Besonderheit. Sitz des Koordinationsbüros ist in der Stadt Salzburg. Das Freiwilligen-Netzwerk vermittelte im laufenden Jahr bereits Deutschkurse für insgesamt 1.300 Personen. Die ehrenamtlichen Deutsch-Trainerinnen und Trainer haben seit dem Jahresbeginn knapp 7.000 Stunden unterrichtet. Das Freiwilligen-Netzwerk bietet wichtige zusätzliche Deutschlernmöglichkeiten zu den Kursen der Volkshochschule Salzburg.

Die wichtigste Basis für die Integration und vor allem für den Einstieg in den Salzburger Arbeitsmarkt ist die Sprache. Hier besteht eindeutig ein großer Bedarf an Deutschkursen auf allen Sprachniveaus - am dringlichsten sind Alphabetisierungs- und A1-Kurse. "Unser Ziel ist klar: Bis zum Sommer 2017 sollen alle in Salzburg lebenden Asylwerbenden und Asylberechtigten mindestens das erste Sprachlevel A1 erreichen. Damit ist eine gute Grundlage für die nächsten Schritte in die Selbstständigkeit geschaffen", betonte Landesrätin Berthold.
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