03.06.2016, 14:16 Uhr

Hallein: Fachärztezentrum auf der „grünen Wiese?“

Das Objekt der Begierde. Die ehemalige Almbacharena des FC Hallein. (Foto: Josef Wind)

Abwanderungen von Ärzten aus der Altstadt befürchtet

HALLEIN (jw). Die Almbacharena, früher Heimstätte der Kicker des FC Hallein, ist ein begehrtes Bauland. Nun sorgt die Ankündigung, hier auf 3.200 Quadratmetern ein Ärztezentrum sowie weitere Büroflächen zu errichten, für heftige Diskussionen. Bei der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag wies SPÖ-Stadtrat Alexander Stangassinger darauf hin, dass gerade Arztpraxen enorme Frequenzbringer für eine Stadt sind und es zu befürchten ist, dass Mediziner aus der Altstadt auf die „grüne Wiese“ übersiedeln.


Reschreiter: "Katastrophe für Altstadt"

„Außerdem gibt es in Hallein genügend Büroflächen, sodass wir keine neuen brauchen“, so Stangassinger. Der parteifreie Vizebürgermeister Walter Reschreiter stößt ins gleiche Horn: „Dieses Ärztezentrum am Adneter Gries wäre eine Katastrophe für die Altstadt. Es macht keinen Sinn, Ärzte außerhalb anzusiedeln. Im Gegenteil, wir müssen die Mediziner in der Stadt halten bzw. versuchen, neue hier anzusiedeln und barrierefreie Zugänge zu schaffen“.


Anzengruber: "Es geht um 180 bis 200 Jobs in zusätzlichen Gewerbebetrieben"

Bürgermeister Gerhard Anzengruber (ÖVP) weist darauf hin, dass es hier nicht um praktische Ärzte geht, sondern um Fachärzte. Genau genommen um Spitalärzte aus dem naheliegenden Krankenhaus und aus Salzburg, die auf Grund der neuen Arbeitszeitregelung nicht mehr „ausgelastet“ sind. Außerdem herrscht im Tennengau ein starker Fachärztemangel. Wartezeiten bis zu einem halben Jahr sind keine Seltenheit. Das Projekt wird mit der Ärztekammer und den Landeskliniken abgestimmt, bis zu 15 neue Fachärzte könnten hier angesiedelt werden. Als Projektbetreiber tritt ein heimischer Hautarzt auf. Zusätzlich könnten auf weiteren Flächen von rund 7.000 Quadratmetern Gewerbebetriebe angesiedelt werden: „Zwei heimische Betriebe mit rund 100 Arbeitsplätzen zeigen bereits Interesse, insgesamt geht es hier um 180 bis 200 Jobs“, so Bürgermeister Anzengruber.
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