05.05.2016, 20:49 Uhr

Halleins vergessenes KZ

Kimbie Humer-Vogl, Heinrich Schellhorn und Walter Reschreiter legen zur Erinnerung und zur Mahnung einen Kranz an der Gedenktafel für das KZ-Außenlager Hallein nieder.
HALLEIN (ck). "Gerade jetzt, wo der 8. Mai - der Tag der Befreiung - von inzwischen etablierten Politikern teilweise nicht mehr als Freuden- sondern als Trauertrag begangen und rechtes Gedankengut salonfähig wird, müssen wir mehr denn je an die Verbrechen aus der NS-Zeit erinnern und mahnen, dass so etwas nie wieder passieren darf", so Landesrat Heinrich Schellhorn. Halleins parteiloser Vizebürgermeister Walter Reschreiter kam mit Schellhorn, der Landtagsabgeordneten Kimbie Humer-Vogl und den Historikern Wolfang Wintersteller und Gert Kerschbaumer (Stolpersteine) am 4. Mai bei der Gedenktafel an der Wiestal Landesstraße 34 zusammen, um der Befreiung des KZ-Außenlagers Hallein am 5. Mai 1945 zu gedenken. Obschon es vielen einheimischen nicht bekannt ist, fand sich in Hallein das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Dachau mit bis zu 90 untergebrachten Häftlingen.

Mutiger Widerstand

Mit den Schrecken des KZ-Außenlagers Hallein bleibt jedoch auch die Erinnerung an den so wichtigen politischen Widerstand verbunden. Die 2007 verstorbene Agnes Primocic, welche als Mitglied der Kommunistischen Partei etwa ein Jahr in Haft verbrachte, konnte kurz vor dem Einmarsch der Aliierten den Lagerkommandanten unter Druck setzen und so die Erschießung von siebzehn zum Tode verurteilten Häftlingen verhindern. Als Landessekretärin der Salzburger KPÖ sowie als Halleiner Stadträtin setzte sich Primocic für den Bau von Kindergärten und für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter ein. Zwar ist es aufgrund der schlechten dokumentarischen Lage schwer Stolpersteine zu verlegen, doch erinnert seit 2012 eine Gedenktafel an die Opfer und an Primocic.
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