06.04.2016, 10:21 Uhr

Tennengauer sind gut dran

"Im Schnitt sind beim AMS gemeldete Tennengauer 137 Tage arbeitslos", sagt Andrea Rainer-Laubenstein, AMS Hallein.

Wie wirkt sich die Flüchtlingswelle auf den Arbeitsmarkt aus? Gar nicht, informiert das AMS Hallein.

TENNENGAU (tres). Die Arbeitslosenquote im Tennengau beträgt derzeit 6,6 Prozent, um 0,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings verzeichnet das AMS momentan weniger Schulungsteilnehmer und es gibt mehr offene Stellen.

Alles zusammengenommen kann man sagen, dass der Tennengau recht gut dasteht. "Wir haben im Vergleich zu den anderen Salzburger Bezirken eigentlich fast immer am wenigsten Arbeitslose", informiert AMS-Regionalstellenleiterin Andrea Rainer-Laubenstein.
In der Stadt Salzburg und im Innergebirg schaut es da schon schlechter aus, gerade im Pinzgau und Pongau schwankt die Arbeitslosenquote aufgrund der Saisonarbeit immer stark.

Fachkräfte sind heiß begehrt

Neuerdings werden über das AMS sogar Fachärzte gesucht: "Es gibt jetzt einfach einen so großen Mangel", sagt Rainer-Laubenstein. Melden sich Fachärzte oder Fachkräfte arbeitslos, sind sie eigentlich sofort wieder angestellt: "Die sind am Arbeitsplatz momentan heiß begehrt."
Darum fanden auch nach der Schließung von MDF Binder Holz in Hallein die Arbeiter innerhalb kürzester Zeit wieder eine neue Stelle: "Sie waren ja hochqualifiziert, die waren nicht lange bei uns gemeldet."

Immer wieder gibt es aber Langzeitarbeitslose. "Im Durchschnitt sind die Tennengauer derzeit 137 Tage arbeitslos bis sie einen neuen Job bekommen", informiert die AMS-Leiterin, "allerdings steigt diese Zahl. Es wird immer schwieriger, wenn man einmal arbeitslos ist, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen."

Arbeitswillig muss man sein

50 bis 60 Leistungssperren gibt es im Bezirk Hallein jedes Jahr für Arbeitslose, die sich offensichtlich nicht um eine neue Stelle bemühen wollen. "Wenn wir merken, dass zumutbare Stellenangebote immer wieder abgelehnt werden, dann gibt es irgendwann für diese Person kein Arbeitslosengeld mehr. Zur Arbeitslosigkeit und zum Bezug des Arbeitslosengeldes gehört die Arbeitswilligkeit dazu", sagt Rainer-Laubenstein.

Kein Flüchtlingsproblem

Die besten Chancen auf eine Anstellung gibt es im Gastronomiebereich, egal, ob als Koch oder im Service: "Viele scheuen aber die Arbeitszeiten abends und an den Wochenenden und die eher geringe Bezahlung." Die Flüchtlingswelle macht sich im Tennengau übrigens nicht bemerkbar.

"Viele Unternehmen hätten ja sogar auf Fachkräfte unter den Asylberechtigten gehofft. Aber momentan sind bei uns nur drei oder vier gemeldet, die Arbeitslosengeld beziehen." Von 1 Euro-Jobs hält Rainer-Laubenstein nichts: "Lieber sollte die Regierung schauen, dass Asylverfahren schneller abgewickelt werden. Auch gute Sprachkurse sind wichtig. Das wäre die beste Lösung zur Integration."
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