03.08.2016, 13:05 Uhr

Ausgrabungen in Weigelsdorf

WEIGELSDORF (lorenz). Ja, es hat Kontroversen gegeben und ja , es gibt einen Kompromiss und ja es war eine erfolgreiche Aktion. Die Rede ist vom Bau des neuen Feuerwehrhauses, einen Parkplatz und einen Blick in die Vergangenheit von Weigelsdorf durch Ausgrabungen. „Wir haben ein Bürgerbeteiligungsverfahren eingerichtet und das Bundesdenkmalamt eingeschaltet“, sagt Bürgermeister Wolfgang Kocevar und verspricht: „Historisch wertvolle Teile der Ausgrabungen kommen entweder unter eine Glasplatte oder es wird rundherum gebaut werden“. Doch was wurde bei den Ausgrabungen interessantes entdeckt. Archäologin Dr. Dorothea Talaa, Leiterin der Grabungen, ist von den Funden im Garten der Pfarre begeistert. „Ich konnte feststellen, dass die Kirche zu einem Wehrturm gehörte, gebaut im 11. Jahrhundert. Es wurden noch Holzreste gefunden, die vielleicht noch früher als Baumaterial für Geb äudeverwendet wurden, aber die müssen erst genau analysiert werden“. Außerdem konnte sie, mit ihren Helfern, ausgekleidete Vorratsgruben aus dem 18. Und 19. Jahrhundert freilegen. „Das ist deswegen sehr interessant, da zu dieser Zeit besonders die Pfarren versuchten die Bauern vom Anbau von Erdäpfeln zu überzeugen. Und diese Frucht muss man ja im Dunkeln lagern. Begeister ist die Archäologin auch von ausgegrabenen Rohrleitungen, Bewässerungsbecken und fünf Gräber mit Skeletten und, was unüblich war, mit Grabbeigaben, alles aus dem 18. Jahrhundert. „Die Geschichte Weigelsdorf kann neu geschrieben werden“, ist Talaa überzeugt.
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