18.07.2016, 10:55 Uhr

Bürgerforum in Blumau-Neurißhof

BLUMAU-NEURISSHOF. Zum Bürgerforum lud die Gemeinde Blumau-Neurißhof in den Kollersaal, im Rahmen dessen Bürgermeister Gernot Pauer in die jüngsten Entwicklungen im Gemeindegebiet Einblick gewährte. Wesentlichste Neuerung: Der vor rund zwei Jahren geschlossene Nahversorger könnte schon im Herbst neu eröffnet werden.

„Gelungen ist dies mit einer mutigen Idee von Amtsleiter GGR René Klimes und SGN-Dir. KR Martin Weber, die dafür gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice ein Konzept entwickelten“, verrät Pauer. Der Betrieb des neuen Marktes soll auf Vereinsbasis geführt werden. Das AMS fördert die Mitarbeiter mit 2/3 der Lohnkosten auf Basis der speziell für die Zielgruppe 50+ entwickelten Arbeitnehmersubvention. Einzig der Marktleiter und die Infrastruktur müssen vom Verein gestellt werden. „Der Markt selbst muss damit nicht gewinnorientiert, sondern lediglich kostendeckend geführt werden“, betont Pauer, „dass dies die Bevölkerung selbst in der Hand hat“. Vorausgeschickt wurde eine von Helmut Papp durchgeführte Machbarkeitsstudie.

„Und auch diese zeigte, dass der Nahversorger hinsichtlich des steten Wachstums der Gemeinde durchaus Potenzial hat. Blumau-Neurißhof hat immerhin rund 2000 Einwohner in knapp 950 Haushalten – Tendenz steigend“, ist Pauer zuversichtlich. In die Hände spielt in gewisser Weise auch der Konkurs der Zielpunkt-Kette, bzw. Auflösung der Zielpunkt-Märkte, deren Inventar versteigert wurde. „So konnten sämtliche Regale, Kühlgeräte und alle weiteren notwendige Mobiliars um knapp 50.000 Euro anstatt um 300.000 Euro angekauft werden“, freut sich der Bürgermeister. Bestückt werden soll der Nahversorger künftig einerseits mit günstigen Produktlinien wie z.B. „Clever“, anderseits mit Waren aus der Region. Um das Sortiment noch besser auf die entsprechenden Bedürfnisse abstimmen zu können, wird eine Fragebogenaktion gestartet, auf Basis derer die Angebotspalette erweitert wird. „Klar ist allerdings, dass dies der allerletzte Versuch ist, dem stillgelegten Markt im Ortszentrum von Neurißhof mit Leben zu erfüllen“, hofft Pauer, seine Mitbürgerinnen und Mitbürger als Marktkunden gewinnen zu können.

Die weiteren Themen des Forums:
Ins Leben gerufen wurde auch eine Unterschriftenaktion gegen Fluglärm, auf Basis derer GR Franz Windisch erneut Austro Control ansprechen will. „Stein des Anstoßes sind Kunstflieger, die ihre Flugschneise über dem militärischen Sperrgebiet eingerichtet ist. Problematisch dabei ist das Aufheulen der Motoren, die weit bis in die angrenzenden Wohngebiete zu hören sind“, hoffen Windisch und die Gemeindeführung auf zahlreiche Unterstützer ihres Anliegens. „Die bisherigen Interventionen haben es zwar zu Wege gebracht, dass die Kunstflieger ihre Pirouetten vermehrt im Gemeindegebiet von Hölles drehen, eine langfristige Lösung für das entsprechende Lärmproblem liegt jedoch in weitere Ferne“, geben sie sich kämpferisch.

Neues gibt es auch in Sachen Junges Wohnen, welches mit weiteren Baueinheiten fortgeführt werden soll. Im Jänner wurden acht Startwohnungen an junge Blumauer bzw. Neurißhofer übergeben, nun starten die Planungen für den nächsten Bauabschnitt. Die entsprechende Projektpräsentation beim Gestaltungsbeitrat des Landes NÖ als Voraussetzung für die Förderungen verlief überaus positiv. Nun werde der nächste Schritt gesetzt.

Infrastrukturverbesserungen gab es in der jüngsten Vergangenheit mit der Sanierung der Rosen- und Blumengasse in der Sportplatzsiedlung, die mit einem speziellen Verfahren staubfrei gestellt wurden. „Bis auf die Kastanienallee wurde in dieser Siedlung nun fast alle Straßen generalsaniert – mit dem Abschluss dieses noch fehlenden Straßenzuges haben wir in der Sportplatzsiedlung dann rund 1,2 Mio. Euro verbaut“, weiß Pauer. Apropos Neugestaltung: Auch gegenüber dem Eingang des Kollersaals konnte ein lang gehegtes Vorhaben verwirklicht werden: Die einst dort errichteten alten Schuppen wurden geschleift, der darin gelagerte Sperrmüll entsorgt. „Angehäuft hatte sich hier eine ganze Menge an Unrat“, formuliert es der Bürgermeister salopp: „Bis auf die Schwiegermutter wurde hier kurzerhand so gut wie alles abgestellt“.
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