02.05.2016, 00:11 Uhr

Fußballtrainer gewinnt Kunstwettbewerb

LEOBERSDORF. Diese Meisterschaft hat er mit dem Pinsel gewonnen: Der langjährige Fußballtrainer Herbert Ofenbach aus Lichtenwörth hat sich den Sieg bei „Kunst Spontan - Leobersdorf inspiriert“ geholt. Sein Aquarell zeigt das Leobersdorfer Halterhaus in der sehr speziellen Ansicht durch eine Skulptur hindurch. Ganz nach dem heurigen Wettbewerbsmotto „bodenständig und abgehoben“ konnte es die 8-köpfige Jury überzeugen, die aus einer Vielzahl an Einreichungen den Sieger kürten: Insgesamt 31 Kunstschaffende aus 4 Bundesländern hatten sich der Herausforderung gestellt, an nur einem einzigen Tag ein Bild zu erschaffen. Sie haben Leobersdorf dabei in ein riesiges Atelier verwandelt – viele Zaungäste konnten den ganzen Tag das Entstehen der Kunstwerke live miterleben. Das Siegerbild wird nun bei Wettbewerbssponsor GWT aufgehängt und ist das neue Leitbild zu Österreichs größter Straßengalerie im Mai in Leobersdorf.

Früher Bundesligaspieler beim SC Wr. Neustadt, danach Trainer im Fußball. Von Kindheit an interessiert ihn das Malen, ausreichend Zeit dafür bleibt aber erst seit zwei Jahren. Der nunmehr 77-jährige Lichtenwörther Herbert Ofenbach freut sich riesig über seinen Sieg in Leobersdorf: „Ich habe noch nie zuvor bei einem Wettbewerb mitgemacht und bin total überrascht. Ich hatte schon beim Herkommen die Idee für das Bild im Kopf – hab‘s in der Früh vorm Halterhaus skizziert und dann im Feuerwehrhaus fertiggemalt.“ In der Fahrzeug-Garage war ein „Dach übern Kopf“ für die Wettbewerbsteilnehmer eingerichtet, nachdem das Wetter auch manchen Regentropfen hervorbrachte. Pünktlich um 17.30 Uhr hat Herbert Ofenbach dann sein Werk mit der Kennnummer 23 im Jurysaal abgeliefert. „Mit dem Preisgeld werde ich nun einen Portrait- oder Aktkurs machen und Material kaufen.“

Die Prämierung wurde von einer hochkarätigen Expertenjury vorgenommen. Fritz Miedler von der Künstlervereinigung Hornstein hielt die Laudatio: „Ein Aquarell mit besonders interessantem Sujet: Durch den Blick durch die zeitgenössische Skulptur sind alt und neu sehr gut verbunden. Ich kann nur gratulieren.“ Juror Prof. Thomas Jorda, Kulturchef der Wochenzeitung NÖN: „Das Siegerbild zeichnet sich durch eine hohe handwerkliche Qualität aus und hat mich beeindruckt.“ Jurorin Cornelia König, Obfrau des Kunstvereins Baden: „Ein spannender Blick auf das älteste Haus in Leobersdorf.“ Juror Harri Schlauss führt ein Atelier für Werbearchitektur: „Die Verbindung zwischen der abstrakten Skulptur und dem Halterhaus spannt einen Bogen, der auch hinein in die Zukunft erweitert wird.“ Jurorin Bettina Windbüchler, Chefin vom Industrieviertelbüro Kulturvernetzung Niederösterreich: „Das Siegerbild finde ich sehr schön: gute Technik, gute Perspektive.“

Gerade der Blickwinkel des Siegerbildes hat auch Starfotograf und Jurymitglied Christian Husar fasziniert: „Mit klassischem Pinsel eine hochmoderne Einstellung auf ein historisches Haus.“ Genau diese darf Johann Gergela, Geschäftsführer von Hauptsponsor GWT, nun in seinen Betrieb mitnehmen: „Es ist ein echtes Meisterwerk geworden. Mir haben allerdings auch viele andere Bilder von heute gut gefallen. Die Künstler haben allesamt ganze Arbeit geleistet.“ Zufrieden am Ende war auch Bürgermeister Andreas Ramharter: „Ich bin total positiv überrascht von dem Echo. Ich hätte mir nicht erwartet, dass sich hier gleich bei der ersten Auflage über 30 Künstler engagieren. Ich bin auch erstaunt, was hier alles innerhalb eines Tages entstehen kann – und finde, wir sollten das unbedingt wiederholen.“ Was sich die künstlerische Leiterin des Bewerbes, Birgit Risavy, ebenfalls gut vorstellen kann. Die selbst auf Aquarelle spezialisierte Künstlerin muss sich zunächst allerdings erstmal wieder ihrer eigenen Arbeit widmen. Atempausen dafür konnte sie sich nämlich im Trubel der letzten Tage – lediglich aufzeichnen.
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