14.04.2016, 11:24 Uhr

Wirbel um neues Feuerwehrhaus

Maria Melchior (GRÜNE) und Anrainer Georg Freundorfer sind erschüttert über den Umgang mit der Pfarrwiese.

Weigelsdorfs Florianis brauchen ein neues Zuhause, das auf der örtlichen Pfarrwiese errichtet wird.

WEIGELSDORF (les). Als wir im Juni 2014 mit Bürgermeister Wolfgang Kocevar und Stadtrat Josef Pilz zusammentrafen, schien die Welt noch in Ordnung.

Streit und viel Protest
Man hatte kurz zuvor beschlossen, das neue Weigelsdorfer Feuerwehrhaus auf der Kirchenwiese zu errichten. Kocevar damals: "Wir haben eine Einigung mit der Kirche erzielt und werden einen Teil des Pfarrgartens mit einer neuen Mauer abteilen, um Parkplatz und Zufahrt bauen zu können. Das neue Feuerwehrhaus selbst wird dahinter auf der Kirchenwiese errichtet." Fast genau zwei Jahre später ziehen dunkle Wolken über den Weigelsdorfer Himmel. Das Projekt wird von Protesten, Streiks und Hakenkreuz-Schmierereien am Baugelände überschattet.

Raubbau an der Natur
Umweltgemeinderätin Maria Melchior (GRÜNE) ist jedenfalls schockiert, über die Wahl des Standortes: "Hier wurden und werden noch uralte, gesunde Bäume gefällt, ein Biotop ist in unmittelbarer Gefahr, ebenfalls Schaden zu tragen und es gilt als sicher, dass auf diesem Gebiet römische Artefakte zu finden sind. Das alles wird von unserer Stadtregierung ignoriert. Hier erfolgt systematische Zerstörung von Natur." Die Gemeinderätin ist offenbar nicht die einzige Gegnerin des Projekts. Kurz nach Baustart wurden Transparente mit Hakenkreuzen aufgehängt, laufend gibt es Demonstrationen und Proteste von Anrainern. Ein weiterer Punkt, der Melchior und anderen Bürgern sauer aufstößt, ist die Pacht, die die Stadtgemeinde an die Erzdiözese Wien zahlt: "Der Pachtvertrag läuft auf 99 Jahre bei einer Höhe von 14.500 Euro pro Jahr. Das sind am Ende - bei jährlich steigendem Mietzins - an die 5 Millionen Euro, die die Kirche von den Steuerzahlern kassiert."

Stadtchef argumentiert
Mit all diesen Dingen konfrontiert, argumentiert Bürgermeister Wolfgang Kocevar gegenüber den BEZIRKSBLÄTTERN: "Die Angriffe von Gemeinderätin Melchior sind völlig haltlos. Sie hatte drei Jahre Zeit gegen das Projekt mobil zu machen. Jetzt, wo die Bauarbeiten begonnen haben, ist es schlichtweg zu spät. Die Gemeinde würde sich strafbar machen, wenn sie das Projekt stoppt und den beauftragten Firmen den Auftrag wieder entzieht. Wenn man den jährlichen Pachtzins kritisiert, dann muss man auch das Gesamtbudget der Gemeinde von 24 Millionen Euro im Jahr gegenüberstellen. Das bedeutet, dass bei einem 99-jährigen Gesamtbudget der Stadt von rund 2,4 Milliarden Euro, weniger als 0,1% für die Pacht investiert wird. Gut angelegtes Geld für die Sicherheit unserer Bürger."
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