18.04.2016, 11:32 Uhr

Zentren stärken und Ortskerne beleben


Die NÖ.Regional.GmbH lud die Bürgermeister der Hauptregion Industrieviertel am 13. April zum dritten „Frühstück mit der Region“ nach Ebreichsdorf.

EBREICHSDORF. Gefrühstückt wurde zum Thema Zentrumsentwicklung und Ortskernbelebung und den dafür geeigneten Fördermitteln des Landes Niederösterreich. Zentrale Botschaft des Landes Niederösterreich: die Suche nach individuellen Lösungen für Gemeinden ist wichtig, das Land bietet geeignete Hilfestellungen an.

Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Christoph Kainz überbrachte die Grußworte von Niederösterreichs Landesrat Stephan Pernkopf, der seine Teilnahme am Frühstück mit der Region Industrieviertel krankheitsbedingt absagen musste. Kainz strich die Bedeutung von Zentrumsentwicklung und Ortskernbelebung hervor: beides seien Themen für alle Gemeinden – unabhängig davon, ob es sich um eine städtische oder ländliche Gemeinde handelt. Wichtig seien vor allem individuelle Lösungen, da jede Gemeinde vor unterschiedlichen Herausforderungen stehe.

Landtagsabgeordneter Kainz sieht auch das Land Niederösterreich in der Verantwortung. Niederösterreich sei bemüht, Hilfestellungen zu geben, damit Ortskernentwicklung optimal auf Gemeindeebene wirken kann. Während NAFES, die Fördermittel der Niederösterreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Orts- und Stadtzentren, auf Gemeindeebene wirken, sorgt die Wirtschaftsabteilung des Landes NÖ für eine entsprechende Unterstützung der Unternehmen.

Bruck an der Leitha, Pernitz und Mönichkirchen als Paradebeispiele für Zentrumsentwicklung im Industrieviertel. Bei der Zentrumsentwicklung in Bruck an der Leitha steht die Servicierung der EigentümerInnen von Objekten in der Innenstadt im wahrsten Sinne des Wortes im Zentrum, um das Wohnen in der Brucker Innenstadt zu forcieren. „Es sind letztlich die Menschen, die in der Innenstadt leben und diese auch frequentieren. Sie sind der nachhaltige Motor, jegliche Angebote im Zentrum zu sichern und auszubauen“, so Bürgermeister Richard Hemmer.

Pernitz punktet bei der Zentrumsentwicklung mit einem offenen Dialog zwischen den ProjektproponentInnen Gemeinde, Eigentümer-VertreterInnen, Wirtschaft, Schulen und dem örtlichen Raumplaner. Statt Einzellösungen zu suchen wird eine Gesamtstrategie verfolgt, in der alle relevanten Themen beleuchtet werden – von der Verkehrssituation über die Positionierung und Stärkung als Schulstandort, Wohngemeinde, touristischer Ausflugsort sowie als kleinregionales Nahversorgungszentrum.

In Mönichkirchen sind derzeit drei interdisziplinäre Planungsteams mit der Ideen- und Entwurfsplanung beauftragt. Parallel zu diesen Bemühungen wurde der ortsbildprägende Leerstand thematisiert und der Dialog zu den EigentümerInnen gesucht. Die Neugestaltung der Dorfstraße liefert einen wichtigen Impuls: betroffene Liegenschaften erhalten die Chance einer strukturellen und gestalterischen Veränderung.

Die Gemeinde und ihr idealtypisches Zentrum
Jeder, der schon einmal einen Kuchen gebacken hat, weiß: es gibt einfache und komplizierte Rezepte. Über das Ergebnis entscheiden letztendlich aber die Zutaten. So ist es auch beim Rezept für ein idealtypisches Zentrum einer Gemeinde: der Mix macht’s aus. Eine gute Infrastruktur gepaart mit Wohnraum und Einkaufsmöglichkeiten mit einem guten Branchenmix sowie Cafés und Gasthäuser runden das Profil ab. Und natürlich sollte es keinen Leerstand geben. „Was einfach klingt, ist in der Praxis gar nicht so leicht umzusetzen“, meint Mag. Wolfgang Alfons von der Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik (RU2), Amt der NÖ Landesregierung. Die Instrumente, die das Land NÖ den Gemeinden für Zentrumsentwicklung zur Verfügung stellt, reichen vom „Energieausweis für Siedlungen“ bis zum Pilotprojekt ZentrumsEntwicklung.

Niederösterreichische Gemeinden und Vereine, denen ein belebter und attraktiver Stadt- bzw. Ortskern wichtig ist, werden durch die NAFES, die Niederösterreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Orts- und Stadtzentren, unterstützt. Das Land NÖ und die Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) stellen dafür in der laufenden Förderperiode 2013 - 2017 gemeinsam 6 Millionen Euro zur Verfügung. Fördergelder gibt es für Aktivitäten, die zum einen die Nahversorgung in ländlichen Gebieten sichern, und andererseits die Attraktivität städtisch geprägter Ortskerne nachhaltig erhöhen, neue Kundenkreise ansprechen und Stammkunden halten. Laut DI Alexandra Schlichting, Geschäftsführerin der NAFES, zählen dazu unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur und des Branchenmix, verstärkte Kooperation der Betriebe sowie gezielte Werbemaßnahmen und die Nutzung neuer Technologien.

Information zur NÖ.Regional.GmbH: Die NÖ.Regional.GmbH ist die zentrale Anlaufstelle für Gemeinden und Kleinregionen zum Thema Regionalentwicklung in Niederösterreich. Sie berät, begleitet und vernetzt die regionalen Akteurinnen und Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten im Einklang mit der Hauptregionsstrategie. Die Marken der NÖ.Regional sind Dorferneuerung, Stadterneuerung, Gemeinde 21, Kleinregionen, Mobilitätsmanagement, Service Freiwillige, der Fachbereich Europa sowie Gemeindekooperationen. Jeder Gemeinde, jeder Region steht eine AnsprechpartnerIn mit breitem Expertenwissen zur Verfügung – quasi Ihr „Gesicht für die Gemeinde“, zu finden auch auf der Homepage www.noeregional.at.

Die Eigentümer der NÖ.Regional.GmbH sind das Land Niederösterreich (51%), die fünf Hauptregionsverbände (jeweils 6%) und der Verein NÖ Dorf- und Stadterneuerung - Gemeinschaft der Dörfer und Städte (19%).
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.