17.11.2014, 15:00 Uhr

Bezirk Tulln: Hitlergruß: FP-Chef legt Ämter zurück

Dieses Bild wurde bei der Silvesterfeier 2006 aufgenommen: Links ist Andreas Bors zu erkennen. (Foto: Bezirksblätter NÖ)

Verdacht Wiederbetätigung: Für Andreas Bors gilt die Unschuldsvermutung.
Er dementiert Aktion: "War nur Momentaufnahme bei Silvesterparty."

BEZIRK TULLN. Im März wurde er zum Freiheitlichen Bezirkschef gewählt, als Obmann der Freiheitlichen Jugend hat er sich für den Erhalt der Clubbings auf dem Tullner Messegelände eingesetzt. Die Rede ist von Andreas Bors (25), bislang Personalhoffnung und Regionalreferent der FP-Niederösterreich mit eigenem Büro in der Parteizentrale. Doch jetzt wurde den Bezirksblättern ein Foto zugespielt, auf dem der heute 25-Jährige gemeinsam mit zwei anderen Herren die rechte Hand stramm erhebt. Eine Pose, welche die Mehrheit der Bevölkerung wohl als "Hitlergruß" wahrnimmt.


"Haben nur Rapid-Lieder gesungen"

Bors selbst sieht das anders: „Das ist nur eine Momentaufnahme, kein Hitlergruß. Das Foto ist alt und stammt von einer Silvesterfeier. Ich habe mehrere Zeugen, die bestätigen können, dass wir nur Rapid-Lieder gesungen haben. Mit Wiederbetätigung hat das nichts zu tun."
Sollte die Darstellung Bors', für den die Unschuldsvermutung gilt, nicht stimmen, handelt es sich um keinen Lausbubenstreich. Denn laut Verbotsgesetz ist das Zeigen des Hitlergrußes in der Öffentlichkeit verboten. Strafrahmen: Bis zu zehn Jahre Haft. Vor welchem Hintergrund die verfängliche Geste tatsächlich erfolgte, sollte nun die Staatsanwaltschaft untersuchen.

Offizialdelikt: Staatsanwaltschaft muss ermitteln

Ein Experte des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes: „Es handelt sich bei Wiederbetätigung um ein Offizialdelikt. Wenn Verdachtsmomente auftauchen, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln."
Die FPÖ sieht die Sachlage etwas enger als ihr Mitarbeiter. Die Bezirksblätter konfrontierten die Landespartei am Montag mit der Aufnahme. Die Reaktion erfolgte prompt. Kurz nach Mittag legte Bors alle Ämter in der FPÖ zurück: „Für mich ist es eine politisch motivierte Aktion, dass dieses acht Jahre alte Bild genau jetzt an die Öffentlichkeit gespielt wird. Ich habe im Einvernehmen mit dem Landesgeschäftsführer der FPÖ NÖ sämtliche politischen Funktionen bis zur behördlichen Bereinigung der Angelegenheit ruhend gestellt."

Hier lesen Sie, wie es bei den Tullner Freiheitlichen weitergeht und vor allem, wer noch mitgesungen hat: Hitlergruß war "Ave Caesar!"

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Tullnerfeld Initiative aus Tulln | 17.11.2014 | 15:42   Melden
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Anton Gsandtner aus Tulln | 17.11.2014 | 18:54   Melden
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cekov kalikov aus Neunkirchen | 17.11.2014 | 21:49   Melden
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Franz Frühwirth aus Waidhofen/Thaya | 18.11.2014 | 00:19   Melden
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Wut Bürger aus Tulln | 19.11.2014 | 19:54   Melden
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Wut Bürger aus Tulln | 19.11.2014 | 20:24   Melden
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Markus Baumi aus Tulln | 21.11.2014 | 10:59   Melden
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Markus Baumi aus Tulln | 21.11.2014 | 10:59   Melden
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