11.05.2016, 09:30 Uhr

Hoch zu Ross durch den Verkehr

Anna Brandstätter auf ihrem Haflinger Wilson: Im Straßenverkehr verhalten sie sich so, wie es auch ein Radfahrer tun würde.

Schreckenserlebnis ist Ausnahme: Tullns Pferdefreunde setzen auf Vernunft samt Handzeichen und Stopptafel.

BEZIRK TULLN (bt). Reiter fühlen sich im Bezirk wohl, das zeigt die hohe Dichte an Ställen. Auch 13 Reitvereine sind auf der Homepage des Niederösterreichischen Pferdesportverbandes verzeichnet. Mischen sich Reiter und Pferd unter andere Verkehrsteilnehmer, kann es brenzlich werden.
Eine Autofahrerin wandte sich mit ihrem kürzlich Erlebten an die Bezirksblätter. Sie fuhr an eine unübersichtliche Kurve im Ortsgebiet heran, vorsichtig wie sie sagt. Plötzlich überquerten zwei Mädels auf ihren Pferden vor ihr die Straße. "Ich habe eine Vollbremsung hingelegt. Wenn ich schneller dran gewesen wäre, wären mein Sohn und ich jetzt sicher tot", berichtet die Frau, die mit offenem Cabrioverdeck fuhr.


Reiterpass als Führerschein

Die Bezirksblätter erkundigten sich bei Anna Brandstätter, Betreiberin der Reitschule Hobby Pferd in Moosbierbaum, Gemeinde Atzenbrugg, welche Straßenkenntnisse im Unterricht erworben werden. Sie erklärt: "Der Reiterpass ist die Grundvoraussetzung, dass Kinder ab 16 Jahre alleine im Straßenverkehr unterwegs sein dürfen." Unter den, bei diesem Reitabzeichen abgeprüften Schwerpunkten, finden sich auch das Verhalten im Gelände und Straßenverkehr und Erste Hilfe.


Stopptafel und Handzeichen

"Wir sind Verkehrsteilnehmer wie jeder andere auch", so Brandstätter, die sich hoch zu Ross zwar so selten wie möglich im Straßenverkehr aufhält, das Thema im Unterricht aber schwer gewichtet. Bei ihr besteht Helmpflicht, auch über 18, und Kinder brauchen eine Sicherheitsweste. "Beim Abbiegen strecken wir die Hand hinaus", erzählt die Pferdenärrin, die auch an Stopptafeln hält. "Bis das Pferd losgeht dauert es oft ein bisschen, das ist nicht so wie beim Auto."


"Kann kritisch werden"

Als größte Gefahr schätzt Anna Brandstätter die Überholmanöver der Autofahrer ein. Pferde sind zwar an den Verkehr gewöhnt, doch sie bleiben Fluchttiere. "Es sollte so viel Abstand bleiben, dass man nicht gleich im Auto drinnen ist, wenn das Pferd einen Hüpfer macht." Etwa wie bei Kindern. "An denen würde man ja auch nicht ganz knapp vorbeifahren."

Lob vom Amtstierarzt

Christoph Hofer-Kasztler, Amtstierarzt Tulln, kann sich nur an einen Unfall im Bezirk erinnern. Dabei sind die Tiere aus der Koppel ausgebrochen und in Autos gelaufen. Die Reiter erlebt er sehr vernünftig. "Die Pferde werden sogar zurückgehalten, wenn Autos kommen." Auch eine entsprechende Ausstattung mit Warnwesten und Schweißbinden in Neonfarben ist immer öfter zu sehen.
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