11.05.2016, 08:29 Uhr

"Hudeln" im Garten ist gefährlich

Edwin und Edeltraud Pak machen es vor: Auf die Leiter, hoch zum Kirschbaum geht's bei ihnen nur mehr zu zweit.

Jährlich führt Gartenarbeit 4.800 Niederösterreicher ins Spital: Tullns Schaugärtner geben Tipps.

BEZIRK TULLN (bt). Tulln, die Stadt der Blumen und der Bezirk der Gärten. Zwar wunderschön, doch nicht ungefährlich: Laut einer Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit verletzen sich pro Jahr rund 23.000 Österreicher, darunter 4.800 Niederösterreicher, bei der Gartenarbeit so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen. Die Bezirksblätter sprachen mit passionierten Gärtnern aus dem Bezirk.

Nicht hudeln im Garten

Jeder zehnte Gartenunfall passiert durch Stress. Der gründlichen Vorbereitung kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weiß Andrea Rauscher, Floristin und Betreiberin eines Schaugartens in Kirchberg am Wagram. "Wenn man auf schnell schnell macht, passieren Unfälle", sagt sie. Besonders passendes Schuhwerk ist unverzichtbar. "Man darf nie mit Flip Flops im Garten herum arbeiten." Je nach Arbeit dürfen auch Handschuhe und Augenschutz nicht fehlen und Hindernisse wie Rechen und Haken sollten nicht liegen gelassen werden. "Davor habe ich Angst, dass ich darauf steige und der Spaten hochklappt", demonstriert auch Edeltraud Pak, die mit ihrem Mann Edwin einen Schaugarten in Tulbing hat.

Leitern sind größte Gefahr

Stürze von Leitern oder Bäumen sind die häufigste Unfallursache. "Wir sind jenseits der 70, ich steige nicht mehr alleine auf eine Leiter. Mein Mann muss dabei sein", so Pak. "Die meisten haben die falschen Leitern", weiß Floristin Rauscher, die zu Stehleitern rät. Besonders bei älteren Modellen sind Stürze durch seitliches Umkippen, Abrutschen oder Durchbrechen morscher Holzsprossen häufig. Kunststoff- oder Metall-Leitern sollten mit rutschhemmenden Sprossen versehen sein und Holzleitern nicht deckend lackiert sein, um Schäden gleich erkennen zu können.

Blaue Flecken gehören dazu

Besonders wenn Kinder mithelfen, ist Vorsicht geboten. "Ich habe mit meinen Enkeln gehäckselt, die waren mit Feuereifer dabei. Da habe ich sehr acht gegeben", erinnert sich Edeltraud Pak, in deren Schaugarten es bisher nur zerrissenes Gewand und blaue Flecken gab. "Toi, toi, toi, aber wir sind ja vorsichtige Leute."
Besonders wenn Kinder mithelfen ist Vorsicht geboten. "Ich habe mit meinen Enkeln gehechselt, die waren mit Feuereifer dabei. Da habe ich sehr achtgegeben", erinnert sich Edeltraud Pak, in deren Schaugarten es derweil nur zerrissenes Gewand und blaue Flecken gab. "Toi, toi, toi, aber wir sind ja vorsichtige Leut." Auch Andrea Rauscher kann sich an keine gröberen Vorfälle erinnern. "Als Florist weiß man Dinge, an die ein Laie nicht denkt. Man muss das ja auch an die Lehrlinge weitergeben."

Zur Sache:

• 65 Prozent der Verunfallten sind Männer.
• 49 Prozent sind über 60 Jahre alt.
• Die Hälfte der Unfälle entsteht durch Unachtsamkeit.
• Jeder achte Unfall entsteht durch Überforderung oder Selbstüberschätzung.
• Stürze von Leitern oder Bäumen sind mit 15 Prozent die häufigste Unfallart.
• Bei 14 Prozent sind motorisierte oder elektrische Geräte involviert.
• Mit 40 Prozent sind Knochenbrüche die häufigste Verletzungsart.
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