14.03.2016, 14:02 Uhr

"Im Zentrum der Schnitzer"

Fons De Koo mit Andrea Krist, Obfrau der Kirbacher Stampa und den selbstgeschnitzten Perchtenmasken. (Foto: Zeiler)

Aus Lindenholz werden Perchtenmasken: Die Kirbacher Stampa unter Obfrau Andrea Krist erzählen, wie's geht.

KIRCHBACH. "Man muss probieren und üben, üben, üben", sagt Fons De Koo und widmet sich wieder jenem Holzstück, aus dem eine neue Perchtenmaske entstehen soll.
Als Mütter und Väter in einer zwanglosen Runde feststellen mussten, dass ihre Kinder zwar genauestens über Halloween, nicht aber über Nikolaus, Krampus & Co bescheid wissen, wollte man dem mit der Gründung des Vereins "Kirbacher Stampa" entgegenwirken, der heute von Obfrau Andrea Krist verwaltet wird.

Von flachen Nasen

Lindenholz, Schnitzwerkzeug, Feilen, Glocken und Hörner wurden organisiert und los ging's mit dem Schnitzen, das anfänglich seine Tücken hatte, wie Klaus Krist erzählt: "Dreidimensional zu denken und dies umzusetzen ist nicht so leicht", zeigt er, dass "die Masken, die zu Beginn geschnitzt wurden, immer flache Nasen hatten".
Doch Übung macht den Meister: "Du fängst an und hoffst, dass daraus etwas wird", so Fons De Koo, der seit sieben Jahren in Kirchbach wohnt und sich dem Hobby verschrieben hat. Aber man braucht auch Geduld. Freitag Nachmittag wird geschnitzt, und "das kann auch mal länger dauern", sagt Andrea Krist, Gatte Klaus fügt hinzu: "Kein Wunder, das eine sehr staubige Angelegenheit".
Hansaplast liegt bereit
Schnitzen bedeute auch voller Körpereinsatz, so Klaus Krist, "blaue Flecken und abgeschnittene Fingerkuppen können schon passieren", so der Unternehmer, der das Werkzeug immer parat liegen hat. "Ohne Motorsäge, Schleifmaschine und Meißel geht gar nichts". Was es nicht immer braucht, ist eine Vorlage. Wie lange es dauert, bis Fons De Koo seine Maske fertig hat? "Etwa ein Jahr".

Klares Ziel vor Augen

Eines steht für die Kirbacher Stampa fest: "Wir wollen keinem Kind Angst einjagen", so die 47-jährige Obfrau, die selbst in Jugendzeiten eine unschöne Begegnung mit Perchten hatte und im Spital landete. Also, hat sie auch heute noch Angst? "Nein. (Denkpause). Naja, 100-prozentig sicher bin ich mir da jetzt nicht", sagt Krist, dass sie bei Treffen mit anderen Perchten-Vereinen "ich mich immer ganz hinten hinstelle".

Zur Sache
Der Verein Kirbacher Stampa
wurde 2008 gegründet und zählt heute 16 Erwachsene und neun Kinder. Die Namensfindung geht auf das Mittelalter – den Winter hinaus-stampern zurück.
Wenn Sie die Perchten hautnah erleben wollen, dann merken Sie sich am besten diesen Termin vor: Winteraustreiben am 19. März 2016, 17.30 Uhr beim Schneckenleitner, 3413 Kirchbach, Unterkirchbacherstraße 2. Etwa um 18 Uhr beginnt der Abmarsch zur Festwiese.
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