18.04.2016, 13:24 Uhr

Jubel: Nachtpfauenaugen geschlüpft

Ein Weibchen (links) mit einem Männchen (rechts) auf einem Zweig. Bei genauer Betrachtung sieht man die kleinen Eier, die schon gelegt wurden. (Foto: Zeiler)

Schmetterlingsexperte Andreas Pospisil's Auftrag gelungen; Bezirksblätter-Zucht wohlauf.

HINTERSDORF / SIEGHARTSKIRCHEN / BEZIRK. Puppenstube im Paradies: Der Hintersdorfer Andreas Pospisil züchtet seltene Schmetterlinge. Bei einem Besuch der Bezirksblätter im Mai 2015 hatte er jedoch eine besondere Herausforderung parat: Neun Raupen des Wiener Nachtpfauenauges hat er in einem Glas mitgegeben, die Anweisungen, wie die Raupen überleben, sich verpuppen und letztendlich im Jahr darauf ausschlüpfen, wurden konkret notiert und in die Tat umgesetzt. Eine Reportage.

Leihmutter's Verantwortung

"Ich kann mich noch genau erinnern, als ich zur Leihmutter auserwählt wurde. Die Verantwortung für neun Raupen zu übernehmen, aus denen im Jahr drauf Schmetterlinge werden sollten, lastete auf meinen Schultern, zumal die kleinen Kriecher das Marmeladeglas schon im Auto verlassen wollten", erinnert sich Redakteurin Karin Zeiler, die sich gemeinsam mit Sohn Lukas auf das "Experiment" eingelassen hat. Natürlich sollten es die Raupen bestmöglich haben, noch am gleichen Tag wurde ein Terrarium gekauft, die Tiere inklusive Weidenzweigen übersiedelt. Und dann ging's bergauf – gewichts- und wachstumstechnisch – sozusagen. Jeden Tag frisches Futter in Form von Weidenblättern. Halbsonnig mögen es die Nachtpfauenaugen-Raupen am liebsten – dem Wunsch kamen wir natürlich nach. Auf die Größe von acht Zentimetern wuchsen sie heran, Baumrinden wurden in das Terrarium eingelegt, die Raupen änderten die Farbe und verpuppten sich. Schluss mit Füttern, ab in einen leeren Tonblumentopf, Gitter drauf und geschützt im Gartenhaus abgestellt.

Überraschung im Tontopf

"Jetzt ist es an der Zeit die Kokons an die frische Luft zu stellen. Nicht vollsonnig, Halbschatten und unbedingt eine Aufstiegshilfe (Ästchen etc.) für den schlüpfenden Schmetterling vorsehen. Wenn möglich immer wieder mit Wasser besprühen", informierte Pospisil am 1. April noch "Leihmutter" Zeiler.
13. April: Große Aufregung: Vier Tiere sind mittlerweile geschlüpft, drei Weibchen ein Männchen, darüber wurde der Hintersdorfer Schmetterlingsexperte telefonisch informiert. "Wenn ihr Glück habt, dann Paaren sie sich auch, Eier werden gelegt und in etwa einer Woche werden kleine Raupen schlüpfen", so Pospisil. Doch auch das hatten sie schon erledigt, die Eier kleben wie Mini-Trauben an den Ästen ...

Ab in die Freiheit

"Und wie geht's jetzt weiter?", wollte Lukas wissen. Am Wochenende dürfen die Schmetterlinge ihr Zuhause verlassen: "Bei Dunkelheit auf der Terrasse ein Kerze anzünden, Äste zur Aufstiegshilfe in den Topf stecken und dann warten, ob sie in die Freiheit entfliehen", so Pospisil. Und dann ist natürlich nichts vorbei, denn wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, Schmetterlinge zu züchten, will man den Erfolg und das Erlebnis wiederholen. Und so beginnt alles, wie im Vorjahr, nur, dass die Raupen schon von der "Zeiler-Zucht" stammen.

Zur Sache:
Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, und auch Sie versuchen wollen, Schmetterlinge "zu züchten", melden Sie sich unter tulln.red@bezirksblaetter.at.
Hier geht's zum Artikel: Puppenstube im Paradies, 5.5.2015
Hier geht's zur Homepage von Andreas Pospisil.
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