07.04.2016, 15:19 Uhr

NÖ-Premiere: "Hör zu, Bakabu"

Die Kinder der Musikschule Tullner wurden von Rosi Moser angeleitet. Sie sangen Lieder aus dem Buch. (Foto: Zeiler)

Sprachförderung durch Musik: Präsentation der Lehrunterlage im Tullner Danubium. Paukenschlag: Land NÖ übernimmt Kosten für Bücher in Kindergärten.

TULLN / NÖ. Der Verein „Musik & Sprache“ hat durch neue Kinderlieder mit lustigen, sprachwissenschaftlich erarbeiteten Texten und mitreißenden Rhythmen ein ideales Mittel zur sprachlichen Frühförderung entwickelt. Mitte Februar erscheint das erste Album aus der Reihe „Hör zu, Bakabu“.
Die Komponisten Arthur Lauber (Kaisermühlen-Blues) und Manfred Schweng (Falco meets Amadeus) sowie der Philosoph Ferdinand Auhser haben im Jahr 2014 gemeinsam das Projekt SprachSpielGesang ins Leben gerufen. In intensiver Zusammenarbeit mit Sprachwissenschaftler, Pädagogen und Psychologen ist nun das erste Album der Reihe „Hör zu, Bakabu“ fertiggestellt worden, das sowohl Pädagogen als auch Erziehern und Eltern als ideales Mittel zur sprachlichen Frühförderung dienen soll.
„Durch das Verpacken sprachwissenschaftlich evaluierter Übungen in lustige Liedtexte und mitreißende Rhythmen entsteht eine ganz neue Methode der gezielten Sprachförderung, die sowohl Kindern als auch Pädagogen großen Spaß macht“, meinen die Projektleiter Arthur Lauber und Ferdinand Auhser.

Bilderbuch, Liederalbum und Lehrmittel
Das erste Album aus der Reihe „Hör zu, Bakabu“ besteht aus einem 54-seitigen Hardcover-Buch mit zwei Audio-CDs. Auf den CDs befinden sich 15 neu komponierte Kinderlieder sowohl in Vollversion als auch in Playbackversion mit instrumentaler Melodieunterstützung. Die Liedtexte behandeln inhaltlich den Alltag der Kinder und folgen in ihrer Struktur einem sprachwissenschaftlichen Programm, das auf drei Kompetenzstufen aufbaut.
„Die Texte sind so konzipiert, dass sie einen möglichst eindeutigen sprachlichen Input liefern. Im Fokus jeden Liedes stehen bestimmte Sprachkategorien aus den Bereichen Satzbau und Wortgrammatik“, so Barbara Rössl-Krötzl, die sprachwissenschaftliche Projektleiterin.
Die 15 Lieder werden im Buch in Form von Noten, Akkorden und Liedtexten dargestellt. Als Hilfestellung für PädagogInnen werden abwechslungsreiche Umsetzungsvorschläge für Rythmusspiele angeführt. Zudem werden die jeweiligen Sprachförderaspekte (Satzbau, Wortgrammatik und Wortschatz) ausgewiesen. Als erzählerischer Leitfaden dient die bunt illustrierte Geschichte des Ohrwurms Bakabu.

Musik als Motivationsquelle
Der Grundgedanke ist simpel: Durch aktives Zuhören, Mitsingen und Bewegungen bleiben neue Worte und Sprachstrukturen wesentlich leichter im kindlichen Gedächtnis. Bei umfangreichen Tests in der Praxis konnten PädagogInnen und ErzieherInnen erleben, dass sich auch sehr kleine Kinder und Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache leicht zum Mitsingen motivieren ließen. Das Singen wird als integratives Gruppenerlebnis wahrgenommen und die sprachliche Förderung passiert dabei ganz automatisch.
„Wir haben über ein halbes Jahr lang Demoaufnahmen in knapp 70 Kindergärten, Volksschulen, BAKIPs und PHs getestet. Die Entwicklung fand in ständigem Austausch mit SprachwissenschaftlerInnen, PädagogInnen, PsychologInnen und vor allem mit den Kindern statt“, sagt Manfred Schweng, aus dessen Feder sämtliche Lieder stammen.

Fotos: Zeiler
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