23.05.2016, 15:50 Uhr

NÖ startet Herkunftskennzeichnung

Ein Plädoyer für bewusste Ernährung, regionale Lebensmittel und mehr Transparenz auf der Speisekarte (v.l.): Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes, Landeshauptmann Erwin Pröll und SeneCura-Geschäftsführer Anton Kellner.

Forderung der Landwirtschaft nach gesetzlich verpflichtender Kennzeichnung von Fleisch und Eiern in Kantinen, Schulen, Kindergärten und Co.
NÖ Woche der Landwirtschaft von 12. - 19. Juni: Über 30 Veranstaltungen machen bei Konsumenten und Partnern Lust auf Genuss regionaler Lebensmittel

GRAFENWÖRTH / NÖ (red). Täglich werden über 50 Prozent aller Mahlzeiten nicht zuhause verspeist, sondern in öffentlichen und privaten Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen sowie der Gastronomie. Meist wissen die Kunden allerdings nicht, woher ihr Essen am Teller stammt. Am 23. Mai legten Landeshauptmann Erwin Pröll und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes im SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth unter dem Motto „Gut zu wissen“ ein gemeinsames Bekenntnis für mehr Transparenz bei der Herkunftskennzeichnung ab. Das Land Niederösterreich setzt seit langem auf heimische Lebensmittel. Ab Sommer wird in den Großküchen des Landes Niederösterreich die regionale Herkunft von Fleisch und Eiern auch sichtbar gemacht. „Mit diesem Schritt schaffen wir Transparenz und Sicherheit für alle, die in den Küchen des Landes Essen konsumieren. Wir wollen damit ein gutes Beispiel und Vorbild für andere abgeben. Wir wollen damit das Bewusstsein für regionale Lebensmittel stärken. Und wir wollen so unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern stärken. Denn wer zu heimischen Produkten greift, der sichert Wertschöpfung für unsere Landwirtschaft“, so Landeshauptmann Pröll.

Niederösterreich ist Vorreiter bei regionalen Lebensmitteln

„Nachhaltiges Wirtschaften, Tierwohl und Naturschutz sind allgemeine Anliegen, die unsere Bäuerinnen und Bauern täglich leben. Dafür verdienen sie Anerkennung. Diese hohen Standards verursachen auch Kosten, die von den Preisen getragen werden müssen. Konsumenten sind nur dann bereit, diese zu bezahlen, wenn sie sich auf die österreichische Herkunft wirklich verlassen können. Deshalb wollen wir in der Gemeinschaftsverpflegung diese Herkunft verpflichtend erkennbar machen. Gleichzeitig danke ich allen Gastronomen, die freiwillig auf österreichische Herkunft Wert legen“, so Hermann Schultes, der diese vorbildlichen Betriebe auch in der Woche der Landwirtschaft von 12. – 19. Juni ganz bewusst vor den Vorhang holen will. „Landeshauptmann Erwin Pröll hat wesentlich zur Stärkung eines NÖ-Bewusstseins beigetragen und somit Heimat als Wert in unserem Bundesland verankert. Dafür danke ich ihm im Namen aller niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern“, betont der LK-Präsident.

Senecura und SV Österreich kochen für ihre Kunden regional

Die Vorteile regionaler Lebensmittel schätzt auch das SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth. So liegt es auf der Hand, dass die Bewohner der Pflegeeinrichtung, der ansässige Kindergarten und die Volksschule Grafenwörth mit Speisen österreichischer Herkunft verwöhnt werden: „Gutes Essen trägt wesentlich zum Wohlbefinden und zur Lebensqualität unserer Bewohnerinnen und Bewohner bei. In den SeneCura Häusern wird mehrmals täglich nach dem Motto „Genussvoll G ́sund“ frisch gekocht. Dafür verwenden wir hauptsächlich regionale Produkte aus der Umgebung und informieren auch darüber“, so Anton Kellner, CEO SeneCura. Dem schließt sich auch Kooperationspartner SV Österreich, Betreiber der Küche von SeneCura, an. „Effizientes Umweltmanagement und Nachhaltigkeit sind in der Gastronomie heute mehr denn je gefordert. Wir setzen daher neben Energiesparmaßnahmen und der Reduktion sämtlicher Umweltauswirkungen in unseren Küchen auf eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten. Dadurch werden kurze Transportwege sowie geringere Emissionen gewährleistet und die Produkte kommen saisonfrisch in unsere Küchen. Mit diesem Ansatz können wir unseren Gästen die beste Kombination aus Genuss und Qualität bieten und gleichzeitig die heimische Landwirtschaft stärken“, bekräftigt Andreas Kabela, Geschäftsführer SV (Österreich) GmbH. Die Vertreter von SeneCura und SV Österreich erklärten beim Pressegespräch ihre Absicht die Landwirtschaftskammer-Initiative „Gut zu wissen“ zu unterstützen.
Woche der Landwirtschaft von 12. - 19. Juni: Über 30 Veranstaltungen in allen NÖ Bezirken
Dem Schwerpunktthema „Unser Essen: Wo ́s herkommt.“ widmet sich auch die NÖ Woche der Landwirtschaft von 12.- 19. Juni. In allen Bezirken Niederösterreichs sind Veranstaltungen und Aktivitäten geplant. „Best practice Beispiele“ von regionalen Anbietern werden vor den Vorhang geholt und bei Public Viewing Events anlässlich der Ö-Matches bei der Fußball-EM wird rot-weiß-rote Genusskultur zelebriert. Veranstaltungsliste siehe Anhang.

Kennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung gefordert: Einfach und unbürokratisch
Die Landwirtschaftskammern aller österreichischen Bundesländer verlangen für die Gemeinschaftsverpflegung eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eiern. Restaurants und Gasthäuser können freiwillig daran teilnehmen. Das Vorbild dafür ist die seit 2005 gesetzliche Kennzeichnung in der Schweiz, die einfach und unbürokratisch funktioniert – und sehr geschätzt wird: Auf Aushangtafeln, elektronischen Anzeigetafeln, Wochen- Menüplänen oder als Beiblatt in der Speisekarte. Das gemeinsame Kommunikationsdach „Gut zu wissen“ macht diese Transparenz sichtbar: www.gutzuwissen.co.at
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