12.04.2016, 09:04 Uhr

„Rauchwarnmelder unbedingt in das Kinderzimmer“

Brände in den eigenen vier Wänden besonders auch für Kinder sehr gefährlich. Rauchwarnmelder können Leben retten und gehören in jeden Haushalt. (Foto: Zeiler)

Brände in den eigenen vier Wänden besonders auch für Kinder sehr gefährlich. Rauchwarnmelder können Leben retten und gehören in jeden Haushalt.

BEZIRK / NÖ / WIEN (red). Der tragische Unfalltod eines sechsjährigen Buben in der Nacht auf Freitag in Wien zeigt leider einmal mehr wie gefährlich Brände in den eigenen vier Wänden gerade auch für Kinder sind. „Acht Kinder unter 15 Jahren starben in den letzten 10 Jahren in den eigenen vier Wänden an den Folgen eines Brandes. Offenes Licht und Feuer wie z. B. brennende Kerzen und defekte oder unbeaufsichtigte technische Geräte zählen hierbei zu den größten Brandauslösern. Kinder sind ausbrechenden Feuern völlig schutzlos ausgeliefert. Umso wichtiger ist, hier Präventivmaßnahmen zu ergreifen!“ erklärt Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Gerade auf Kinder übt Feuer eine besondere Faszination aus, der kindliche Entdeckungsdrang wird dabei schnell zur Gefahr. Deshalb ist es wichtig, sie für Gefahren so früh wie möglich zu sensibilisieren.

Brandgefahr wird unterschätzt

„Eltern unterschätzen die Brandgefahr erheblich. 70 Prozent der Eltern achten zwar darauf, dass Zündhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden, allerdings hat weniger als die Hälfte der befragten Familien mit ihren Kindern über die Gefährlichkeit von Feuer gesprochen“, so Thann. „Brandschutzerziehung ist wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Um Gefahren möglichst vorzubeugen, sollten Eltern ihren Kindern schon früh den sorgfältigen und bewussten Umgang mit Licht und Feuer näher bringen“, empfiehlt Thann.

Zündquellen vermeiden

Neben der bewussten Aufklärung und Auseinandersetzung mit dem Thema Feuer ist es ebenso wichtig, Zündquellen in der Umgebung von Kindern weitestgehend zu vermeiden. Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer und Wunderkerzen haben in einem Kinderzimmer nichts verloren. Aber auch bei anderen Lichtquellen wie beispiels-weise Halogenleuchten ist Vorsicht geboten. Mit Oberflächentemperaturen von bis zu 400°C können diese als Nachttisch- oder Kinderschreibtischlampe leicht brennbare Materialien wie Papier, Stoffe oder Bettzeug in Brand setzen. Im Kinderzimmer sollten daher nur Energiesparlampen oder LEDs verwendet werden, da bei diesen die Brandgefahr niedriger ist. Laut KFV-Umfrage ist erst jeder dritte Haushalt in Österreich mit Rauchmeldern ausgestattet – Feuerlöscher besitzen nur die Hälfte der Befragten. „Ein Rauchmelder gehört in jeden Haushalt! Und wenn man Kinder hat, gehört ein Rauchmelder vor allem auch in das Kinderzimmer“, so Thann.

Initiative gegen Kinderunfälle
VISION ZERO 2020: Kinderunfälle sind vermeidbar!
Der Themenschwerpunkt „Fensterstürze“ ist Teil der vom KFV vor zwei Jahren ins Leben gerufenen Initiative „Vision Zero 2020“. Kein durch einen Unfall getötetes Kind mehr in Österreich – so lautet das ehrgeizige Ziel der Initiative. Gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit – Null Unfälle!“ sollen gezielte Informationen und spannende Aktionen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden.

Zur Sache:
In Folgen eines Brandes verstorbene Personen:
2010: 39
2011: 30
2012: 30
2013: 20
2014: 25
Gesamt: 144
Quelle: Statistik Österreich
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