05.08.2016, 18:45 Uhr

Stupa: Zoff um Friedensdenkmal

Helmut Ferrari kämpft mit allen Mitteln gegen die Errichtung des buddhistischen Zentrums am Wagram. (Foto: Zeiler)

Buddhistisches Zentrum am Wagram ist für Gegner "Zerstörung der Natur".

GRAFENWÖRTH / WAGRAM. Die "Zerstörung der Natur" befürchtet die Initiative "Rettet den Wagram" unter Helmut Ferrari, der zur Pressekonferenz lud.
Wie die Bezirksblätter seit 29. Februar 2012 berichten, soll an der Wagramkante ein Stupa errichtet werden. Das buddhistische Zentrum soll einen Druchmesser von 25 Metern haben und 33 Meter hoch sein. Der entsprechende gültige Baubscheid liegt vor, trotzdem gibt es Wirbel, dass der Bau im Grünland errichtet wird. Und zwar geht dies so weit, dass das Thema bereits auf dem Schreibtisch von Volksanwältin Gertrude Brinek gelandet ist, die gegenüber den Bezirksblättern klar darlegte, dass "der Baubescheid vom Gemeindevorstand für nichtig zu erklären ist" (März 2016). Da der Bescheid jedoch nicht gesetzeswidrig sei, so Bürgermeister Alfred Riedl, wurde der Spatenstich vollzogen.

Ass aus dem Ärmel gezogen

"Das Verfahren zur Baubewilligung für den Stupa in Grafenwörth wurde korrekt und sorgfältig abgewickelt, alle Prüfverfahren sind ordnungsgemäßt verlaufen", so die Stupa-Projektverantwortliche Elisabeth Lindmayer. Und trotzdem herrscht jetzt ein Baustopp, denn die Initiative "Rettet den Wagram" zog das nächste Ass aus dem Ärmel – die Tierwelt. Lindmayer ist zwar überzeugt, dass "die vielzitierten Umweltschutzgründe als Argument gegen den Bau eines Stupas in Grafenwörth nur vorgeschoben sind, trotzdem "nehmen wir auf Wiedehopf & Co Rücksicht", sagt sie gegenüber den Tullner Bezirksblättern und fügt hinzu, dass "nach der Brut, wenn die Vögel nach Afrika fliegen, die Bautätigkeiten wieder aufgenommen werden". Indes wird Helmut Ferrari weiter bei seiner Meinung bleiben und versuchen, die Errichtung des Tempels zu verzögern, wenn nicht sogar gänzlich zu stoppen.

"Schlupfloch im Gesetz"
Die FPÖ unter Bezirksparteiobmann Andreas Bors hat bereits im Jänner 2016 darauf hingewiesen, dass im NÖ-Raumordnungsgesetz eine exakte Größendefinition für Bauten im Grünland verankert werden müsse – allein der Wortlaut "Errichtung von Kapellen und Marterln" sei zu wenig. Das Raumordnungsgesetz wurde geändert: Neun Quadratmeter Grundfläche maximal für die Errichtung einer Kapelle im Grünland wurde beschlossen. Für Bors unfassbar, denn "da ist ja ein Hühnerstall größer und nichtmal ein größerer Altar passt hinein", so der Freiheitliche, der zu bedenken gibt, dass der Stupa einen Durchmesser von 25 Metern haben wird.

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Hier geht's zum NÖ-Bericht der Volksanwaltschaft

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