13.06.2016, 16:17 Uhr

"Werde nicht zu schnell fahren"

Daumen hoch für den Vizebürgermeister: Harald Schinnerl mit Rudi Zimmerer nach der inszenierten Prüfung. (Foto: Zeiler)

Serie Teil 7: Wir haben Testpersonen mit über 20 Jahren Erfahrung zum Führerschein-Test antreten lassen. Stopp-Tafel, Schulterblick und Straßen mit Tücken.

BEZIRK TULLN. 1081 Führerscheine wurden im Jahr 2015 im Bezirk Tulln laut Bezirkshauptmannschaft neu ausgestellt. Die-#+se Personen haben die theoretische und praktische Prüfung also geschafft. Doch wie sieht es mit Verkehrsteilnehmern aus, bei denen der Test vor mehr als 20 Jahren stattfand. Wir haben Vizebürgermeister Harald Schinnerl, der schon mehr als eine Million Kilometer gefahren ist und den Führerschein (A, B) vor 40 Jahren gemacht hat, hinters Steuer des Fahrschulautos von Rudi Zimmerer gebeten.

"Lokales Spezifikum"

Zu Beginn verspricht Schinnerl: "Ich werde nicht zu schnell fahren". Auf dem Übungsplatz muss er reversieren und einparken: "In meinen Autos habe ich einen Haufen an elektronischen Hilfsmitteln, ich bin neugierig wie ich das schaffen werde". Doch er meistert alles mit Bravour. 40 Minuten dauert eine Prüfung, auch Fragen zum Auto müssen beantwortet werden, danach geht's nach Langenlebarn, Zimmerer dirigiert: "Im Kreisverkehr nehmen sie die zweite Ausfahrt". Apropos Kreisverkehr: Das Befahren eines solchen müssen die Prüflinge in Tulln können, denn "das ist ein lokales Spezifikum", so Zimmerer.
Bei einer Stopp-Tafel wendet Schinnerl die "Roll-Stopp-Technik" an, ein schwerer Fehler. Noch einer und die Prüfung ist vorbei.

Straße mit vielen Tücken

30er Zone, seltsame Straßenführung, Querstraße mit Rechtsregel und am Ende wartet noch eine Radfahrerüberfahrt – "die Billrothstraße ist ein Muss bei jeder Fahrprüfung", informiert Zimmerer, der Resümee zieht: Tempoüberschreitungen, Stopp-Tafel ignoriert, Spiegel-Spiegel-Schulterblick. Jeder der den Schein schon so lange hat, müsste auf diese besondere Situation eine Stunde vorbereitet werden, dann wäre das Ergebnis positiv.

"Best of" während der Fahrprüfung:

TULLN. Vizebürgermeister Harald Schinnerl hat sich bereit erklärt, die Führerscheinprüfung zu wiederholen. Rudi Zimmerer von der gleichnamigen Fahrschule hat ihn mit Argusaugen beobachtet. Das spielte sich im Auto ab:
Schinnerl: Ich werde versuchen, nicht zu schnell zu fahren.
Zimmerer: Der ist ewig schon mit keinem Auto mit Schaltgetriebe gefahren.
Schinnerl: Meine Autos haben einen Haufen an elektronischen Hilfsmitteln drinnen, ich bin neugierig wie ich das ohne schaffen soll.
Zimmerer: Der muss sich noch drei Minuten an das Auto gewöhnen.
Schinnerl: Wo ist die Handbremse?
Schinnerl: Was, der Wagen hat 90 PS ... und damit kann man schon fahren?
Zimmerer: Im Download-Handbuch für Fahrlehrer ist exakt beschrieben, was ein leichter, mittlerer oder schwerer Fehler ist. Das braucht man – auch für die Eltern.
Zimmerer: Jetzt fährt er gerade am Randstein an.
Schinnerl beim Umdrehen: Was, piepsen tut der auch, dann kann es eh ein jeder.
Zimmerer: Jetzt kommt der Part, wo ein Normalsterblicher versagt (nach Anweisung des Fahrlehrers fahren).
Schinnerl: Wenn ich auf den 3. Gang schalte, werde ich gleich immer zu schnell.
Zimmerer: Ohne Vorbereitung würde heutzutage keiner den Test schaffen

Zur Sache: Einer der 13 risikobehafteten Vormerkdelikte des seit 2005 gültigen „Punkte-Führerscheins“ ist die Nichtbeachtung des Rotlichts. Weitere Vergehen wären etwa zu geringer Sicherheitsabstand, Nichtbeachtung der Kindersicherung oder das Befahren des Pannenstreifens (Ausnahme Rettungsgasse). Alles zum Thema auf meinbezirk.at/steigein

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Gewinnfrage 7: Wie viele risikobehaftete Vormerkdelikte kennt der seit 2005 gültige „Punkte-Führerschein“?
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