16.03.2016, 09:49 Uhr

50.000 Festmeter Holz sind kaputt

Jungbauernobmann-Stv. Franz Eidenberger, Bauernbundobmann Johann Zauner & Jungbauernobmann Stefan Greiner (v. l.). (Foto: Bauernbund)

Der Borkenkäfer richtet enorme Schäden in Wäldern des Bezirks an. Die Fichte ist stark bedroht.

BEZIRK (fog). Nach dem Windsturm im April sowie der Trockenheit und Hitze im Jahr 2015 konnte sich der Borkenkäfer beim Fichtenbestand massiv vermehren. Michael Reh, der Forstberater der Bezirksbauernkammer Urfahr, schätzt im Bezirk derzeit 50.000 Festmeter Käferholz.
Bei zahlreichen Informationsabenden im gesamten Bezirk erklärt Reh, was dringend nötig ist, um ein großflächiges Absterben der Fichte durch den Borkenkäfer zu verhindern.
Der Bauernbund Walding kaufte beispielsweise fünf Borkenkäferfallen an, die bei Obmann Johann Zauner ausgeliehen werden können. Weiters können sich Interessierte bei ihm Informationsbroschüren über den Borkenkäfer abholen, aber auch bei der Bezirksbauernkammer. „Dieses Fichtensterben ist zu einer großen Belastung für die Waldbewirtschafter geworden, nur rasche Maßnahmen können eine Ausrottung dieser Baumart in unserer Region verhindern und die Erholungswälder erhalten“, meint Zauner.

Fichten leiden

Laut Reh befiel der Borkenkäfer 2015 vorwiegend die Fichte, weil diese durch ein intensives Samenjahr – das heißt sehr viele Fichtenzapfen – geschwächt war. Zudem hatten die Sturmschäden im April die Feinwurzeln der Bäume beschädigt. Dadurch konnte die Fichte weniger Wasser aufnehmen, was bei der enormen Hitze doppelt schlimm war. Und, so Reh: "Je wärmer es ist, desto kürzer ist der Entwicklungszyklus des Borkenkäfers." Bei Temperaturen von 16 bis 18 Grad Celsius fängt die Käferproblematik wieder an. Ende März bis Mitte April müsste es laut dem Forstberater wieder so weit sein. Der Borkenkäfer bohrt sich ein, legt Eier ab, Larven bilden sich, welche dann verpuppen. Daraus entsteht ein Jungkäfer. "Die größte Schwierigkeit ist zu erkennen, ob ein Baum schon befallen ist oder nicht", betont Reh. Es sei auch schwer zu sagen, ob ein Baum verdurstet oder befallen ist. Häufig sei der Käfer dann schon in einem Baum.

Vermehrungsexplosion der Borkenkäfer

Der Forstberater ergänzt, dass der Borkenkäfer oft im zweiten Jahr ein größeres Problem darstelle, durch das enorme Vermehrungspotenzial des Käfers. Beispiel: Aus 200 Buchdruckerweibchen, die jeweils 40 Nachkommen produzieren, entstehen in der dritten Generation unglaubliche 3,2 Millionen Borkenkäfer.
Wenn im Frühjahr ein Käferbaum übersehen wird, können bis zum Herbst 1000 Käferbäume entstehen.

Borkenkäfer: Vorbeugung & Bekämpfung:

Zwei Arten im Bezirk: Buchdrucker und Kupferstecher Unterschied: das Muster der Larvengänge: beim Buchdrucker zeilenförmig und beim Kupferstecher sternförmig

Prioritäten bei der Aufarbeitung:
- Nadelholz vor Laubholz
- Einzelwürfe vor Nesterwürfen vor Flächenwürfen
- Kleinflächen vor Großflächen
- Bruchholz vor

Wurfholz
- Tieflagen vor Hochlagen
- Sonnenseiten vor Schattenseiten
- befallenes Holz vor unbefallenem Holz, weil der Ausflug der Käfer zu verhindern ist
- Schutzwälder haben Vorrang

Vorbeugendes Borkenkäfer-Management:
- Mischbestände vor allem in Tieflagen
- rasche Abfuhr nach Ernte
- Überwachung gefährdeter Bestände
- bei Befall wird "Rändelung" empfohlen (Entnahme von ein bis zwei Baumreihen um Befallsherd)
- Stammschutzmittel vor Käferausflug

- Borkenkäferfeinde begünstigen (Ameisenbuntkäfer)

Bekämpfungsmaßnahmen
- Fangbaumvorlage (vorgeschlägerte Bäume 4-6 Wochen vor Flugbeginn, spätestens Ende März)
- Entrinden
- Zerkleinern und Hacken (wird dadurch brutuntauglich für Kupferstecher)
- Prügelfalle (Fangtipi)
- Pheromonfallen
- Fangnetz
- Stammschutzmittel

Infos: Bezirksbauernkammer Urfahr, Dipl. Ing. Michael Reh, E-Mail: michael.reh@lk-ooe.at
Landwirtschaftskammer
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