25.08.2016, 07:57 Uhr

Bezirk ist Heimat vieler exotischer Tiere

Ein eher ungewöhnliches Bild, wenn Ulrike Obermüller einem mitten im Mühlviertel mit ihren Kamelstuten begegnet. (Foto: Obermüller)

Neben Rind, Hund und Hase wird auch die Haltung von nicht heimischen Tierarten immer beliebter.

BEZIRK (vom). Ulrike Obermüller aus Feldkirchen hat ein besonderes Hobby. Seit 2003 besitzt sie die Kamelstute "Baghiera" und 2010 kam die zweite Trampeltierstute "Enja" dazu. "Mein Interesse an dieser Tierart wurde in meinem Jugendalter geweckt. Als freiwillige Mitarbeiterin im Tiergarten Walding habe ich dort meine ersten Kontakte mit Kamelen gehabt. Ihre Ruhe, Gelassenheit, Lernfähigkeit und Intelligenz haben mich fasziniert", erklärt Ulrike Obermüller. Untergebracht sind die beiden Trampeltiere am Reiterhof Höller in Pesenbach, Feldkirchen. Dort leben sie in Offenstallhaltung mit täglichem Weidegang. "Jedes Tier hat in der Haltung seine Bedürfnisse. Ebenso auch Kamele, obwohl sie sehr genügsam sind. Boxenhaltung ist für diese Tierart nicht gut, da sie sich langsam aber stetig bewegen", sagt die Kamel-Liebhaberin. Als Futter benötigen sie Salz, Heu und Äste. Auch mit dem österreichischen Klima kommen die Tiere aus der Mongolei gut zurecht. Im Winter bekommen die beiden Stuten eine kuschelige, warme Winterwolle, welche sie im Frühjahr wieder verlieren. "Trotz der Einfachheit dieser Tiere kann ich es niemanden empfehlen sich ein Kamel zu kaufen, der noch nie zuvor etwas mit diesen zu tun hatte. Kamele haben auch ihre Art zu zeigen, wenn ihnen etwas nicht passt. Etwa durch Spucken, Beißen und Treten. Wie bei jeder Tierrasse sind auch Tampeltiere nur so brav wie sie trainiert und erzogen sind", so Obermüller. Um ein Kamel trotzdem einmal hautnah erleben zu können, bietet Ulrike Obermüller Kamelausritte, Reitstunden, Workshops sowie Kinderreiten bei Stadtfesten und Shows an.

Ein Stück Afrika in Lassersdorf

Eine weitere Besonderheit im Tier-Bereich in Urfahr-Umgebung sind die Strauße von Franz Gugler. Etwa 30 Jung- und Zuchttiere leben auf seiner Straußenfarm in dem kleinen Dorf Lasserdorf in der Gemeinde Gramastetten. "Meine Eltern haben auf unserem Hof Rinder gehalten. Ich habe eine Alternative gesucht und nun züchte ich hobbymäßig seit etwa zehn Jahren Blauhalsstrauße", erzählt Franz Gugler. Neben den Eiern ist vorallem auch das Fleisch der Tiere sehr beliebt. Es zeichnet sich durch den sehr geringen Fettgehalt und wenig Kalorien aus. Dafür hat es einen hohen Proteingehalt, sehr viel Eisen sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren. "Strauße sind eher unkompliziert zu halten. Um sie zu züchten müssen jedoch einige Bedingungen stimmen. So spielt auch das Wetter eine große Rolle. Sie passen sich zwar unserem Klima an, doch zum Brüten war es für die Vögel heuer eher unpassend", sagt der Straußenzüchter. Eine Straußenhenne kann bis zu 100 Eier pro Jahr legen. "Im Sommer produzieren sie etwa jeden zweiten Tag ein Ei. Im Winter hören sie komplett zu legen auf", sagt Gugler. Neben Fleisch und Eiern verkauft er auf seiner Farm auch Eierlikör, Nudeln, Eierlampen, Dekoeier und Eierketten – natürlich alles vom Strauß.

Einen Hang zu außergewöhnlichen Tieren hat auch Verena Lanzerstorfer aus Herzogsdorf. Seit drei Jahren besitzt sie zwei Bengalkatzen. "Der Wildinstinkt bei diesen Katzen ist sehr intensiv. Sie dürfen nur in Begleitung ins Freie, da sie wirklich sehr wild sind", sagt die Herzogsdorferin. Wichtig ist für diese Leopardenähnlichen Katzen ein großer Kratzbaum. Auch auf hochwertiges Futter muss geachtet werden. "Eine Besonderheit dieser Wildkatzen ist, dass sie bei richtiger Fütterung kaum haaren", so Lanzerstorfer.

Verantwortung für ein Lebewesen

Die Anschaffung eines Tieres sollte immer gut überdacht werden. "Gerade bei exotischen Tieren ist das Wissen über Haltung, Pflege, Lebensweise und Gegebenheiten des ursprünglichen Lebensraums von großer Bedeutung. Durch den Kauf übernimmt man auch die Verantwortung für ein Lebewesen", sagt Nora Albrecht vom Tierheim Linz. Vorallem die Vorbereitung zur Haltung von exotischen Tieren ist deutlich aufwändiger als die der meisten Tiere. Die Beschaffung einer artgerechten Unterbringung, die Einrichtung dieser und die Auswahl der Beleuchtung und Beheizung dem Tier entsprechend, sind sowohl Zeit- als auch Kostenintensiv. "Leider kommen immer wieder Exotische Tiere als Fundtiere zu uns, wo davon auszugehen ist, dass sich die Halter der Tiere entledigt haben. Sollte es wirklich der Fall sein, dass man sein Tier nicht mehr halten kann, versuchen wir diese an erfahrene und verantwortungsvolle Halter zu übermitteln. Manchmal können wir auch mit Kontaktherstellung zu Zoos oder Auffangstationen behilflich sein", so Albrecht
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Veronika Mair aus Urfahr-Umgebung | 25.08.2016 | 07:58   Melden
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