23.06.2016, 12:00 Uhr

Faire Pensionen für Frauen

Ulrike Böker (l.) und Maria Buchmayr setzen sich für faire Rahmenbedingungen ein.

Grüne fordern volle Anrechnung von Erziehungs- und Pflegezeiten

OTTENSHEIM. Die Grünen stellten kürzlich Initiativanträge zur vollen Anrechnung und höheren Bewertung von Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten für Frauen. Nach wie vor leisten Frauen den größten Teil der Familienarbeit, vorallem was die Betreuung der Kinder betrifft. So sind es auch die Frauen, die nach der Geburt gänzlich zu Hause bleiben und beim Schuleintritt der Kinder in Teilzeit gehen.
Mit dieser Entscheidung müssen Frauen oft beträchtliche finanzielle Nachteile vor allem in der Pension in Kauf nehmen. Die durchschnittliche Arbeiterinnenpension betrug 2014 784 Euro, jene von männlichen Arbeitern im Gegensatz 1557 Euro. "Was nicht sein darf, ist die derzeitige Realität, dass Erwerbseinbußen auf Grund von Kindererziehungszeiten auch zur Altersarmut führen. Fakt ist aber: Seit das Pensionssystem von Schwarz-Blau auf die volle Durchrechnung von 40 Jahren umgestellt wurde, wirkt sich eine längere Teilzeitbeschäftigung auf die Höhe der Pension aus", so Maria Buchmayr, Frauensprecherin der Grünen.
Zwar werden pro Kind vier Jahre als Kinderbetreuungszeiten angerechnet, diese enden aber vorzeitig bei einer neuerlichen Geburt und werden damit verkürzt. Es sei denn, zwischen den Geburten liegen vier Jahre. "Das wollen wir ändern. Wir setzen uns dafür ein, dass jede Geburt, unabhängig vom Zeitpunkt, volle vier Jahre auf die Pensionszeiten angerechnet werden", sagt Ulrike Böker, Landtagsabgeordnete der Grünen.
Viele Menschen wollen so lange wie möglich ihre Angehörigen selbst pflegen. Um die dafür benötigte Zeit aufzubringen, entscheiden sich viele für eine Teilzeitbeschäftigung. Die Grünen fordern daher auch bei der Anrechnung der Pflegezeiten faire Rahmenbedingungen.
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