10.08.2016, 18:00 Uhr

Ottensheim mangelt es an Gästebetten

Ganze Radfahrerkolonnen rollen derzeit am Donauradweg auch an der Regattastrecke in Ottensheim vorbei.
BEZIRK (fog). Spätestens seit Ottensheim den Zuschlag für die Ruder-WM 2019 bekommen hat, wird über fehlende Beherbergungsbetriebe in der Donaugemeinde diskutiert. "In der Kürze wird es schwierig, etwas auf die Beine zu stellen", sagt Bürgermeister Franz Füreder (ÖVP).

Es hätte Interessenten für den Bau eines Hotels gegeben, aber daraus sei nichts geworden. Nun verhandelt Füreder mit Wurm&Köck, ob nicht während der Ruder-WM ein Schiff mit 100 bis 150 Betten bei der Schiffsanlegestelle Ottensheim andocken könnte. Denn mit seinen derzeit rund 80 Betten wird Ottensheim während der WM zumindest bei den Nächtigungen nicht großartig profitieren können. Der gesamte WM-Tross der 1400 Sportler umfasst alleine 2200 Personen. Dann kommen natürlich die erwarteten 50.000 Zuschauer dazu. Der Vorsitzende des Regattavereins und oö. Ruderverbandspräsident Horst Anselm wickelt daher bereits jetzt die Beherbergungen mit der Oberösterreich Tourismus GmbH beziehungsweise mit den großen Linzer Hotels ab. Die WM-Eröffnungsfeier, die von 25. August bis 1. September 2019 über die Bühne geht, findet auf dem Marktplatz in Ottensheim statt. Und, so Anselm: "Wir überlegen, ob wir ein Public Viewing während der ganzen WM auf dem Marktplatz einrichten."

Derzeit läuft in der Ottensheimer Gemeindepolitik eine Debatte über die Nachnutzung der Regattastrecke, die nach der WM ein Leistungszentrum werden soll. "Wir zahlen als Gemeinde jetzt schon verhältnismäßig zuviel für die Regattastrecke, obwohl wir kaum Beherbergungsbetriebe haben", ist ein Kritikpunkt von Franz Bauer (SPÖ). Die Diskussion wird noch heißer, wenn Anselm im Herbst das Nachnutzungskonzept dem Gemeinderat vorstellen wird.

Ottensheim weit zurück

Dass Ottensheim bei Beherbergungen Aufholbedarf hat, zeigen die Nächtigungszahlen 2015 im Vergleich mit den größeren Gemeinden im Bezirk, die ebenfalls vom Donau-Radtourismus profitieren (siehe Zur Sache). Feldkirchen hatte insgesamt beinahe siebenmal so viele Nächtigungen wie Ottensheim und Steyregg sogar achtmal so viel.

Allerdings hat Steyregg mit dem Cohotel eine beliebte Unterkunft für Radtouristen verloren, weil nun Flüchtlinge darin wohnen. "Der Radtourismus nimmt zwar nicht zu, hat aber ein konstant hohes Niveau. Ottensheim hätte neben Grein sicher mehr Potenzial", sagt Petra Riffert von der WGD Donau OÖ Tourismus GmbH. Ähnlich sieht es Sylvia Reininger vom Tourismusbüro Ottensheim. Sie fügt hinzu, dass "den meisten Touristen aus Großstädten das Naturerlebnis an der Donau wichtiger ist, als beispielsweise Sightseeing in der Linzer Innenstadt".

ZUR SACHE:

Nächtigungszahlen 2015
Feldkirchen: 30.322
Ottensheim: 4460
Steyregg: 36.108

Top-Nationen an Donau:
1. Österreicher
2. Deutsche
3. Italiener
4. Niederländer und Ungarn
5. Schweizer

Radfahrer zwischen Eferding und Ottensheim:
2015: 216.439
2014: 237.769
2013: 202.858
2012: 240.385
2011: 222.901
(2 fixe Zählstellen in Goldwörth und Alkoven)

Radfahrer an Donau 2015:
Passau-Wien: 55.000
Kurzurlauber: 158.000
Tagestouristen: 214.000
Alltagsradfahrer: 214.000

Quelle: WGD Donau OÖ Tourismus GmbH
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 09.08.2016 | 15:42   Melden
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