20.03.2016, 17:30 Uhr

Genuss von der Egger Alm

Roland Wastl und Elisabeth Buchacher sind die Pächter der Egger Alm

Seit neun Jahren ist die Egger Alm das zweite Zuhause von Elisabeth Buchacher und Roland Wastl.

HERMAGOR (nic). Schon seit 1872 gibt es auf der Egger Alm eine Milch- und Käsewirtschaft. Und auch heute ist die ruhige Alm bei Wanderern sehr beliebt. Nicht zuletzt auch, weil die von Elisabeth Buchacher und ihrer Familie bewirtschaftete Almhütte viele Köstlichkeiten der Natur bietet.

Nur echte Produkte

"Die Arbeit macht Spaß, wenn man mit Liebe dabei ist," verrät Elisabeth Buchacher. "Vor allem, weil hier echte Produkte ohne chemische Zusätze entstehen."
Vom gereiften Speck und Würsteln aus dem Vorjahr, über den obligatorischem Gailtaler Almkäse und weitere Käsesorten bis zu Butter und Joghurt reicht das vielfältige und frische Bio-Angebot. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich auch die Weichkäsesorten, darunter auch ein Camembert.
Schon um vier Uhr in der Früh beginnt der Arbeitstag in der Almsaison, die meist von Ende April oder Anfang Mai bis Ende September bzw. Anfang Oktober (je nach Wetter) geht. Die 35 Milchkühe müssen gemolken und versorgt werden und geben im Durchschnitt 34.000 Kilogramm Milch pro Saison, die weiterverarbeitet werden.

Ungewöhnliche Vorzüge

Die Vorzüge der Egger Alm sind nicht nur die idyllische Lage auf über 1.400 Metern Seehöhe, sondern auch die historische Kirche, der See, Wanderwege und Buckelwiese und nicht zuletzt die 47 Almhütten, die der Agrargemeinschaft bzw. ihren Mitgliedern gehören.

Investition für Zukunft

"Gerade erst hat die AG durch die Initiative der Obmänner Walter Krieber und Thomas Novak große Investitionen für den Stall und die Käserei getätigt, damit Hygiene und Qualität erhalten bleiben," sagt Pächterin Buchacher.
Sie freut sich schon sehr auf die Saison 2016. Der Jahresurlaub von ihrem Mann Roland Wastl gehört ebenfalls der Alm und die Kinder Christina (9) und Bernhard (11) sind in den gesamten Schulferien dabei.
Saison-Highlights sind natürlich der Anschnitt vom Gailtaler Almkäse, der in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiert. Aber auch der eigene Kirchtag am ersten Sonntag im August gehört dazu. Und weitere Geburtstagsveranstaltungen für den beliebten Käse sind geplant.

Butter, Käse & Co. von der Alm


Bei wissenschaftlichen Untersuchungen hätte man festgestellt, dass die Fleischprodukte von der Alm wie Schaf, Ziege, Rind, etc. auf Grund der Ernährung und Lebensweise der Tiere ein idealeres Fettsäuremuster aufweisen. "Das Verhältnis von Omega3- zu Omega 6-Fetten liegt viel günstiger. Bei der Massentierhaltung haben wir ein ungünstiges Omega3/Omega 6-Verhältnis, nämlich erhöhte Omega 6-Werte. Ein zu hoher Anteil an Omega 6-Fetten, die häufig in industriell erzeugten Lebensmittelprodukten nachzuweisen sind, fördern Entzündungen und Krankheiten", erklärt der Mediziner Georg Lexer. Milchprodukte von der Alm hätten einen höheren Anteil an Alpha-Linolensäure, das ist eine Omega3-Säure.

Zur Sache


Ein weiteres positives Beispiel ist die Almbutter, die einen hohen Anteil an Beta Karotin aufweist, weshalb sie gelblich gefärbt ist. "Das Beta Karotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und diese Substanz ist ein Antioxidantium bzw. ein Antikrebsmittel", informiert Lexer. Weiters würden die Pflanzen und Beeren, die auf der Alm wachsen, ein stark wirksames Antioxidantium, das sogenannte Anthocyanin, enthalten. Diese seien deshalb so reichhaltig an Antioxidantien, weil die Pflanze sich gegen die Unbillen der Natur – wie z. B. hohe UV-Lichtbelastung, Kälte, Trockenheit, etc. – wehren muss. Um zu überleben, würden diese Antioxidantien von der Pflanze produziert und diese Abwehrstoffe würden wir dann aufnehmen", so Lexer.
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