08.07.2016, 05:00 Uhr

Heilendes Wasser aus großer Tiefe

(Foto: Kurzentrum Bad Bleiberg)

Überraschend entdeckte 1951 ein Hauer beim Bohren das heilende Thermalwasser in Bad Bleiberg.

BAD BLEIBERG (nic). Herbert Ritz dürfte selbst nicht schlecht gestaunt haben, als aus dem Bohrloch plötzlich mit der Kraft von 58 bar (das sind 2.800 Liter pro Minute) 29 Grad warmes Wasser heraus schoss.


Verhaltene Freude

Das denkwürdige Ereignis, das 1951 den Start für die Thermalwasser-Geschichte in Bleiberg begründete, wurde sogar fotografisch festgehalten. Die Freude der Bleiberger Bergbau Union (BBU) war zunächst verhalten, denn die Planungen für weitere Bohrungen am 12. Lauf des Rudolf Blindschachtes waren dahin. Erst durch verstärkte Pumpen bekam die BBU das warme Nass in den Griff.
Dietmar Woschank, ehemaliger Leiter des Betriebshofes, erinnert sich noch an viele Ereignisse rund um die Nutzung des Thermalwassers. "Im Mannschaftsbecken der Bergleute, das freitags auch von den Frauen und Kindern genutzt werden durfte, war Thermalwasser. Man hat beobachtet, dass durch regelmäßiges Baden dort viel weniger Gelenkserkrankungen vorkamen."
Die erste offizielle Analyse folgte 1952 und machte deutlich, dass Bleiberg einen Wasserschatz hat. Diese stuft sie als akratische uranhaltige Calcium-, Magnesium–, Hydrocarbonat-Therme oder in Kurzfassung als uranhältige Akrotherme ein. Der Ursprung liegt in 3.600 Metern Tiefe. Dafür spricht der Radongehalt.
Bis zur gewerblichen Nutzung vergingen einige Jahre. 1962 wurde am Franz-Josef- Stollen eine Pumpstation errichtet, mit der seither das Thermalwasser über eine isolierte Leitung durch den Rudolf-Hauptschacht, 264 Meter hoch, obertag gefördert wird.

Beliebtes Thermalwasser

Beim Baubeginn für das Thermalbad, das 1969 eröffnet wurde, konnte das Leitungsnetz genutzt werden.
Der Thermawasserbehälter am Rudolfschacht oberhalb des 1971 errichteten Kurhotels 'Bleiberger Hof' fasst immerhin 194 Kubikmeter Thermalwasser. Im Jahr 1978 bekam Bleiberg offiziell den Zusatz 'Bad' verliehen. Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung des Kurzentrums Bad Bleiberg im Jahr 2003. Hier steht neben der Thermalwassernutzung auch der hauseigene Heilklimastollen 'Thomas' im Mittelpunkt. Das Vier-Sterne-Haus hat über 100.000 Nächtigungen pro Jahr, darunter gibt es viele 'Wiederholungstäter'.
Darauf ist Bleibergs Bürgermeister Christian Hecher stolz. Er erlebt immer wieder, dass Menschen aus der Region auf das Bleiberger Thermalwasser schwören: "Wir erhalten häufiger Anfragen von privaten Pool-Besitzern, die unser Wasser per Tankwagen ordern."


Daten und Fakten


Uranhaltige Akrotherme
Entdeckung: 1951
Nutzung: Kurzentrum, Bleiberger Hof und Privat
Analyse: Calcium, Magnesium, Hydrocarbonat etc
Anwendung: Gelenke, Wirbelsäule, Herz-Kreislauf uvm.

Mehr Beiträge im Rahmen unseres Schwerpunktes "Leben mit Wasser": www.meinbezirk.at/leben-mit-wasser

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.