25.06.2016, 09:00 Uhr

"Mehr als die Kärntner Liga ist im Villacher Fußball nicht finanzierbar"

"Hochklassiger Fußball ist in Villach nicht finanzierbar", sagt Dietmar Berger, Sportlicher Leiter von Landskron (Foto: privat)

Dietmar Berger, Sportlicher Leiter von Landskron, über den gescheiterten Aufstieg seiner Mannschaft – und die Fußball-Zukunft in Villach.

LANDSKRON (kofi). Eigentlich hatte Unterliga-West-Verein Landskron den Aufstieg in die Kärntner Liga in Visier. Doch daraus wird nichts, zu viele Punkte wurden liegen gelassen. Wir sprachen mit dem Sportlichen Leiter des Vereins, Dietmar Berger.

WOCHE: Warum haben Sie Ihr Ziel verfehlt?
BERGER:
Wir haben ein gutes Team, aber wir waren nicht konstant genug. Dazu muss man wissen: Das Durchschnittsalter beträgt bei uns 22 Jahre. Unser ältester Spieler, Alex Stroj, ist erst 25. So ein junges Team braucht offenbar ein paar Routiniers, die in schwierigen Situationen kühlen Kopf bewahren.

Das heißt, Sie werden den Kader älter machen?

Ja, wir suchen zwei, drei erfahrene Spieler. Da wir derzeit davon ausgehen, dass 90 Prozent des aktuellen Kaders bei uns bleiben, heißt das Ziel natürlich erneut Aufstieg.

Dann wäre Landskron als Kärntner-Liga-Verein Villachs bestes Team. Lächerlich für eine 60.000-Einwohner-Stadt.
Ja, das ist absurd. Der VSV hatte das Potenzial und seine Chance. Aber da sind wohl zu viele Management-Fehler passiert. Die Nachwuchsarbeit des Vereines ist hingegen hervorragend.

Sie hatten einst auch große Pläne für Landskron. Was ist davon geblieben?
Die Erkenntnis, dass sich Fußball über der Kärntner Liga derzeit in Villach nicht finanzieren lässt. Das muss man zur Kenntnis nehmen.

Wie viel Geld benötigt ein gutes Regionalliga-Team?
Ich gehe von 500.00 Euro aus. Die Kärntner Liga ist mit einem Drittel davon machbar.
Wie könnte Villach fußballerisch wieder besser werden?
Wenn man in höhere Klassen will, dann sind die derzeitigen fünf Vereine Landskron, Magdalen, Admira, Maria Gail und VSV zu viel. Dann müsste man intensiver zusammenarbeiten, wohl auch fusionieren. Aber dafür gibt es keinen Konsens. Jeder Verein hat seine eigenen, kleineren Pläne, was auch irgendwie verständlich ist.

Das heißt, Ihr neues Stadion, das im September fertig sein wird, wird nie hochklassigen Fußball erleben.
Nein, mit 500 Tribünenplätzen ist es auf die Kärntner Liga ausgerichtet. Höherklassigen Fußball kann es nur im VSV-Stadion geben.

Eine Stadt ohne Fußball-Aussichten. Was heißt das für junge Talente?
Dass sie so schnell wie möglich aus Villach weg müssen. Daran führt kein Weg vorbei.
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