01.08.2016, 22:02 Uhr

Unterliga statt Bundesliga: Walter Ludescher will es noch einmal wissen

Prof. Walter Ludescher: "Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung sehe ich die Kicker anders und kann deren Qualitäten früher erkennen". (Foto: SV St. Jakob/Ros./KK)

Er spielte im Nationalteam. Er trainierte in der Fußballbundesliga: Im 74. Lebensjahr stellt sich Walter Ludescher im Rosental noch einmal an die Outlinie.

Walter Ludescher fällt in die Kategorie Legende. Als Trainer war er in den 1980er-Jahren unter anderem bei Sturm Graz und der Austria Klagenfurt aktiv. Sogar als Teamchef war "Lu" damals angeblich im Gespräch.
Als Spieler hatte er es in Team geschafft: Sieben Mal trug er das National-Trikot. Spektakulärstes Match war 1965 der 3:2-Sieg gegen England im Wembley-Stadion (lesen sie hier).
51 Jahre später kann Ludescher noch immer nicht vom Fußball ablassen: Er übernahm das Trainer-Amt bei St. Jakob im Rosental. Unterliga statt Bundesliga. Das Interview.

WOCHE: Hochachtung vor Ihrem Alter und Ihren bisherigen Leistungen: Aber warum setzten Sie sich im 74. Lebensjahr dem Trainerstress bei St. Jakob aus?
LUDESCHER:
Auf internationaler Ebene ist das Lebensalter kein Thema, nur bei uns und speziell in den unteren Ligen. Ich finde, ich kann dem Fußball noch viel geben und zudem wollte ich trotz großer Erfolge mit Grafenstein nicht so aussteigen.

Trotz Titel und Vizemeister?
Ja, es war zum Saisonende nicht mehr so harmonisch, wie ich es mir vorgestellt habe. Daher habe ich das Angebot von St. Jakob auch angenommen.

Ihre Ziele?
Ich bin die Verpflichtung eingegangen, aus der Mannschaft das Optimum herauszuholen und möchte gerne an der Spitze mitspielen.

Ihre große Zeit ist schon länger vorbei. Wie beurteilen Sie sich selbst als Trainer?
Ich bin topfit und mit meinem Wissen auf dem neuesten Stand. Ich habe immer Trainerlehrgänge besucht. Der letzte war im Jänner in der Südstadt. Zudem erkenne ich aufgrund meiner langjährigen Trainererfahrung, die mich einst fast auf den Teamchefsessel gebracht hätte, die Vorzüge bei Spielern früher.

Sehen Sie beim SV St. Jakob einen Kicker, der in die Fußstapfen von Rosental-Legende Arnold Koreimann treten könnte?
Vom Potenzial her: Marko Koller.

Blicken wir auf erfolgreiche Zeit zurück. Wo werden Sie wehmütig?
Da gibt es viele Beispiele. Zum Beispiel die Heimspiele mit der Austria Klagenfurt! Vor vollem Hause gegen die Wiener Stars Robert Sara, Herbert Prohaska oder Hans Krankl aus der 1978er-Weltmeisterschafts-Elf. Aber auch die Zeiten in Spittal oder St. Veit waren sehr bewegend.

Worüber können Sie noch heute schmunzeln?
Kassim Ramandani, die schwarze Perle der Austria Klagenfurt! Er hat immer mit K und der Ziffer 7 für Kasim unterschrieben, also quasi K sieb'n. Eine großartige Idee, die Ziffer zu verwenden.
Wie beurteilen Sie den Villacher Bezirksfußball? Die besten Mannschaften spielen Unterliga.
Einfach traurig. Aber wir werden uns anstrengen, das Niveau zu heben und versuchen, unseren Beitrag zu leisten. Es ist aber noch zu früh, im Detail darüber zu diskutieren.
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