07.09.2016, 17:30 Uhr

Ein Haus mit vielen Gesichtern

Im traditionsreichen Hotel Kürschner in Kötschach arbeiten viele gute Geister hinter den Kulissen.

KÖTSCHACH-MAUTHEN (nic). Wenn die Sonne im Oberen Gailtal aufgegangen ist und sich der erste Hotelgast zum Frühstücksbuffet einfindet, waren die Mitarbeiter des Hotels Kürschner schon fleißig. "Wir wollen unsere Gäste von A bis Z verwöhnen", erklärt Renate Barthel, die seit über 20 Jahren dazugehört und den Besitzerwechsel 2016 mitgemacht hat.

Vorbereitungen der Küche

Im hinteren Teil des über 260 Jahre alten Gebäudes ist bereits ganz früh die Kulinarik-Mannschaft um Küchenchef und Geschäftsführer Yaroslaw Moskalenko bei der Arbeit. Der 36-Jährige ist seit Februar 2016 im Hotel und lenkt das Geschäft im Sinne des neuen Eigentümers Nikolaj Lugovoj.
Dabei geht es nicht nur um schmackhafte Speisen, sondern auch um den Gesundheitsaspekt. Der wird nicht zuletzt durch den Wellnessbereich des Hotels gestärkt. Hier und in den Hotelzimmern entlang der zahlreichen Gänge und Etagen ist Sonja Moser seit einigen Jahren der "gute Geist".

Umfassendes Konzept
"Housekeeping umfasst bei uns nicht nur die Sauberkeit der Zimmer und des Wellnessbereichs, sondern auch den Wohlfühlaspekt", erklärt sie und faltet dabei mit geschickten Händen aus einem Bademantel einen Schwan, den der Gast dann auf seinem Bett vorfindet. Zu zweit oder manchmal allein bewältigt Sonja Moser ihre Aufgaben.
Das Gesicht am Empfang und die Stimme am Telefon ist Renate Barthel. Die Kötschacherin sorgt an der Rezeption und bei Anfragen für den herzlichen Empfang der Gäste.
"Gern stellen wir uns auch auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern ein und versuchen hier inviduelle Angebote zu machen", verrät sie. Front- und Back-Office sind ihre Domäne, unterstützt von Angela Smyrnova, die das Bindeglied zur Besitzerfamilie ist.

Naturerlebnis pur

Ein wichtiger Grund, warum viele Gäste gern wiederkommen, ist neben der idyllischen Lagen im Oberen Gailtal und den vielen Freizeitmöglichkeiten in der Region, der vielfältige, prämierte Garten. Für die Pflege ist seit langem Karl Pressnig zuständig. "Der geschickte Umgang mit dem Rasenmäher reicht bei uns längst nicht aus", erzählt der Gartenexperte schmunzelnd. Die weit verzweigte Gartenfläche mit Miniteich, Hecken, zum Teil seltenen Blumen, Bäumen oder Sträuchern und einem großzügigen Poolbereich bedeutet viel Arbeit. Zwischendurch schneidet Pressnig auch mal ein paar Hortensien für die Blumenvasen im öffentlichen Bereich ab. "Ich liebe meine Arbeit hier", bestätigt er.
Vom Garten auf die Hotel-Terrasse und ins Restaurant ist der Weg nur kurz. Für den Service sorgt hier unter anderem Georgi Petrovice. "Gern verwöhne ich die Gäste hier mit unseren hausgemachten Mehlspeisen zum Kaffee", sagt er. "Aber das Wiener Schnitzel darf auf der Karte auch nicht fehlen."

Hotel-Fakten


Name: Hotel Kürschner
Gründung: Das Haus ist rund 260 Jahre alt
Ort: Kötschach-Mauthen
Besitzer: Bis 2016 Familie Klauß, Anfang des Jahres Übernahme durch Nikolaj Lugovoj aus der Ukraine
Zimmerzahl: 38
Besondere Angebote: Wellness- und Gesundheitsbereich mit Sauna, Massage und Whirlpool, beheizter Pool im Naturgarten, Kulinarik
Auszeichnungen: 2004 schönster Hotelgarten Kärntens, Eco-Label der Europäischen Union 2012, 2013, u. a.

Hotel-Geschichte


• Die Familie Klauß war nicht seit jeher in Kärnten angesiedelt, sondern hat ihren Ursprung in Bozen (Südtirol), wo der Name Klauß auf einem Grabstein aus dem Jahre 1358 erstmals aufscheint.
• Seit 1526 in Mauthen ansässig, waren die Klauß' seit Ende des 17. Jahrhunderts Eigentümer des ausgedehnten Plöckner-Besitzes. Als solche hatten sie die Plöckenstraße befahrbar und im Winter wenn möglich schneefrei zu halten, konnten aber von jedem Benutzer der Straße eine Maut einheben.
• 1776 erwarb der 1743 geborene Plöckner-Sohn Franz Klauß den Besitz vlg. "Kürschner" in Kötschach, Kärnten. Das Kürschner-Haus war laut Urkunde um 1640 erbaut worden.
• Seit 1776 wird der Gastbetrieb geführt.
• 1803 wurde mit dem Braugewerbe begonnen, welches bis 1905 ausgeübt wurde.
• Auf das dort bis 1870 ausgeübte Kürschner (= Gerber) Handwerk geht der bis heute gebräuchliche Hausname zurück.
• Sowohl das Burgtheater als auch die USA sind also gleich alt wie das Haus Klauß-Kürschner.
(Quelle: Homepage)
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