24.04.2016, 21:31 Uhr

Hermann, tua de Lompn weg

Irgendwie scheine ich vieles magisch anzuziehen. Wenn ich z.B. durch die Stadt gehe und jemand braucht einen Ansprechpartner für Geld, Zigaretten oder eine Unterschrift für eine Umweltaktion. Treffsicher wie mit einer Zieleinrichtung peilen mich diese Menschen an und ich spreche dann natürlich mit Ihnen. Es geschieht nicht nur in Villach. Scheinbar "funktioniert" es auch in Innsbruck, München, Frankfurt und Zürich. Neben einen eigenartigen Erlebnissen, waren auch viele schöne oder zumindest außergewöhnliche Erlebnisse damit verbunden. So geschehen auch mit Hermann am Bahnhof in Innsbruck. Ich sprach lange mit ihm und habe mir offensichtlich auch seinen Namen gemerkt, wenngleich unser Treffen vorläufig nur einmal stattfand.

Monate später gingen meine Frau und ich am Ufer des Inn entlang. Es war spät am Abend und stockfinster als wir am Widerlager einer Fußgängerbrücke über die Autobahn vorbeikamen. Lt. Zeitungsberichten ist es in diesem Bereich in der letzten Zeit zu Übergriffen gekommen. Die Gegend war damals verlassen, unbeleuchtet und die Uhrzeit nicht dazu angetan, dass sich viele Menschen dort aufhielten. Wir mussten jedoch diese Stelle passieren und normalerweise geschieht in unseren Breiten sehr selten was wirklich gefährliches.

Da wurden wir plötzlich vom Licht einer starken Taschenlampe angestrahlt. Der Strahl war so intensiv, dass wir keinen Menschen dahinter erkennen konnten. Wir waren einfach nur geblendet und wir wussten nicht, was diese Person vorhatte. Das Verhalten war jedenfalls auch nicht "normal".

Bevor irgendeine Aktion efolgte hörte ich mich spontan sagen: "Hermann tua de Lompn weg!" Ich wusste nicht warum oder aus welchem Hintergrund heraus ich das von mir gab. Jedenfalls war es genau das richtige. Unglaublicherweise war es, niemand anderer als Hermann, den ich viele Kilometer von diesem Ort entfernt , vor einigen Wochen am Bahnhof getroffen hatte. Hermann fühlte sich ertappt, wie ein kleines Kind das bei einem Lausbubenstreich erwischt worden war. Er wunderte sich, woher ich seinen Namen kannte und durchblickte auch nicht, wie ich ihn durch den Strahl der Taschenlampe hindurch erkennen konnte.
(Ich wie erwähnt ja auch nicht.) Er begrüßte mich kurz und verschwand irgendwo unter der Brücke.

An sich für Hermann eine traurige Geschichte. Für mich ein Hinweis, dass Bekanntschaften wie diese auch Schutz bedeuten können und die innere leise Stimme zuweilen auch laut zum Vorschein tritt.

Und aufschreiben tu ichs, damits nicht in Vergessenheit gerät.
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