10.09.2016, 07:30 Uhr

Irgendwann ist es dann egal

Daren Quinton und Ethan Kitsel mit Birgit Kahlhofer vor einem Haufen den sie von einem für Bagger unzugänglichen Hausbereich nach vorne geschafft haben.
Eigentlich sind die beiden auf den Straßen Kärntens und bemühen sich, die frohe Botschaft des Evangeliums Jesu Christi zu verkünden. Doch zuweilen gilt es die Prioritäten etwas anders zu setzen. Die beiden Murenabgänge in Afritz haben die Welt für die Einwohner dort buchstäblich auf den Kopf gestellt.

So habe ich die beiden Missionare Ethan Kitsel aus England und Daren Quinton aus den USA eingeladen mitzuhelfen, ihren kleinen Beitrag zu leisten, um diese auf den Kopf gestellte Welt etwas erträglicher zu gestalten.

Es war die interessant die beiden jungen Männer zu beobachten, als sie anfangs noch versuchten dem schlammigen Untergrund auszuweichen und sich auf den wenigen trockenen Flecken zu bewegen. Doch es ging halt nicht anders, dass die Arbeit auch immer wieder einen entschlossenen Schritt mitten in den Schlamm hinein erforderte. Dann kam irgendwann der Punkt, wo das dann völlig egal wurde und sie stiegen einfach mitten in den Dreck hinein, ohne gesondert darüber nachzudenken. Es war einfach handeln angesagt.

Schaufel und Pickel sind dort ein kostbares Gut. Wir hatten keine Handschuhe mit dabei. Obwohl die beiden jungen Männer körperliche Arbeit dieser Art eigentlich nicht gewohnt sind, blieben trotz stundenlanger Arbeit die Blasen aus.

Während dem Schaufeln hat man natürlich auch viel Zeit nachzudenken. Fragen wie: Wie gehts den Betroffenen? Wie können sie mit einer solchen Situation umgehen? Kann so etwas wieder geschehen, wo es doch schon zweimal innerhalb kurzer Zeit passiert ist? Und vieles mehr saust mehr oder weniger ungeordnet durch den Kopf.

Ich sehe die Feuerwehrleute aus den Noteinsatzkommandos von verschiedenen Bezirken Kärntens. Sie hauen sich voll rein und frage mich wie sie das tagelang überhaupt körperlich aushalten. Tolle Burschen sind das.

Nach getaner Arbeit verließen wir Afritz am Abend betroffen und traurig doch auch eigenartigerweise mit einem richtig guten Gefühl.
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