26.05.2016, 17:55 Uhr

Wenn die Eisheiligen vorüber sind ...

bezaubernde Heckenrosen in zartrosa erblüht
Wenn die Eisheiligen vorüber sind,
setzen die Heckenrosen ihre Blütenknospen an,
und in der warmen Mittsommerzeit öffnen sie ihre Blüten.

Die Heckenrose ist sehr empfindlich.
Wer eine aufgeblühte Rose pflückt und in die Vase stellt,
wird nicht lange Freude daran haben.
Schon nach ein oder zwei Tagen fallen die Blütenblätter ab.
Dagegen kann man die Knospen bis zu einer Woche in der Vase halten.

Doch als schönster Schmuck dient uns die Heckenrose,
wenn wir sie am Feldweg oder Straßengraben
in ihrer natürlichen Umgebung blühen
und rote Früchte - die Hagebutte - treiben lassen.

Die Heckenrosen gehören zum Sommer wie das Schneeglöckchen zum Frühling!

Wenn wir bei unserem Sonntagsausflug am Waldesrand
auf einen Heckenrosenbusch treffen,
so meinen wir, er gehörte schon seit eh und je zu unserer Landschaft.
Aber dem ist nicht so!
Wo unsere wildwachsende Heckenrose herkommt,
können wir heute gar nicht mehr so genau sagen.
Wahrscheinlich wurde sie von Händlern oder Seefahrern
aus Kleinasien mitgebracht. Aber auch Kleinasien scheint nicht
ihre ursprüngliche Heimat zu sein, sondern das ferne China.

So "wanderte" also die wilde Rose im Laufe der Jahrtausende
über den ganzen asiatischen Kontinent bis zu uns nach Europa.

Im Altertum muss die Rose auf Kreta zu finden gewesen sein.
Viertausend Jahre alte Wandmalereien,
die man dort aus verschütteten Ansiedlungen wieder ausgrub,
zeigen Rosenmuster.

Die ersten Christen sahen die Rose auch als etwas Sündhaftes an.
Sie mochten diese Königin unter den Blumen nicht.
Aber in den abgeschiedenen Klostergärten
waren es später die frommen Mönche,
welche bei uns die ersten Rosen anpflanzten, pflegten und züchteten.

War doch gerade die Rose eines der schönsten Wunder der Natur!

Die Wildrose brachte außerdem noch ihre vitaminreiche Frucht,
die Hagebutte, (die Hetschepetsch) mit sich.
Sie wurde als Arzneimittel und als Tee verwendet.
Später kochte man sogar wohlschmeckende Marmelade daraus.

So wurde aus der "heidnischen" Rose
allmählich die Lieblingsblume unserer Gärten.

Die Fürsten und Edelleuten legten sich Rosengärten an,
und bald gab es allein in Mitteleuropa fast hundert verschiedene Arten.
Zu den abendländischen Rosen gehörte die Moosrose und die Monatsrose.
Die morgenländische oder Bengalrose ist Vorfahr unserer heutigen Teerose.
Stammpflanze fast aller Rosen ist die Moschusrose!

Jeder Rosengärtner legt noch heute Wert darauf,
möglichst viele Sorten zu haben;
je seltener, um so lieber!

Text aus einem Kinder- und Lesebuch/ Verfasser Namentlich nicht genannt
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