09.08.2016, 14:43 Uhr

KOLUMNE: Motorschaden an der Straßenkreuzung des Lebens

Neulich stehe ich bei einer roten Ampel. Sie müssen wissen: Ich fahre eine Puch 175 SV. Baujahr 1957.

Es war heiß. Sehr heiß. Dazu der infernalische Gestank des Zweitakters. Und dann noch diese ewig lange Rotphase!

Während ich also gegen eine Ohnmacht ankämpfe, stellt sich ein hohes Gelände-Motorrad neben mich. Und jetzt Überraschung: eine bezaubernde junge Dame (20?) fährt das Teil. Blickt aus circa drei Metern Höhe auf mich herunter. Mustert das alte Moped. Den alten Fahrer. Sagt nur ein Wort: "Sexy." SEXY!

Wissen Sie, was dann passiert ist? Mir ist die Puch abgestorben. Just im Moment des Kompliments ist mein Motor ausgefallen! Es ist dann grün geworden, das junge Wesen ist weggefahren, ich habe die Puch auf den Hauptständer gehoben und mühsam neu gestartet.

Seither stelle ich mir zwei Fragen. Erstens: Wie viele wunderbare Bekanntschaften haben wir alle nie geschlossen, nur weil wir den ersten Eindruck vergeigt haben? Zweitens: Der abgestorbene Motor – der ist doch wohl keine Metapher für etwas Anderes, oder? ODER?

Herr Kofler schreibt regelmäßig Kolumnen für die WOCHE. Sie sind nicht ganz ernst gemeint. Oder doch? Man weiß es nicht.

Lesen Sie hier von den Ängsten eines Hundesbesitzers.
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