28.07.2016, 14:24 Uhr

Krisensitzung bei SPÖ Villach: Gerüchte um Sucher-Rücktritt

Seit 2015 Stadtrat und Klubobmann der SPÖ Villach: Andreas Sucher

Auslöser könnte eine Aufdecker-Geschichte in der morgigen Kleinen Zeitung sein: Demnach hat Sucher seit längerem unter falschem Namen im Internet gepostet - und auch Menschen beleidigt.

VILLACH. Heute, Donnerstag, gegen 11 Uhr: Bei den Mitgliedern der Villacher SPÖ-Stadtparteileitung geht eine Whatsapp-Meldung ein: "18.30 Uhr, Sitzung im Bezirksbüro am Kaiser-Josef-Platz." An die 30 Personen haben diese Nachricht erhalten, die wohl auf eine Krisensitzung hindeutet, denn üblicherweise werden solche Treffen Wochen im Voraus fixiert.

Unter Pseudonym gepostet

Was ist der Anlass für den Schnellschuss? Schnell macht das Gerücht in Villach die Runde, Stadtrat und Klubobmann Andreas Sucher werde seinen Rücktritt verkünden. Hintergrund soll ein hochnotpeinlicher Bericht in der morgigen Kleinen Zeitung sein, der vorab bereits online gestellt wurde. Demzufolge wurde Sucher dabei ertappt, unter einem Pseudonym und über längere Zeit hinweg im Online-Forum der Zeitung teils aggressive Kommentare gepostet zu haben. Auch Beleidigungen und Beschimpfungen soll es dabei gegeben haben.

Suchers Reaktion

Von der WOCHE befragt, verneint Sucher Konsequenzen: "Ein Rücktritt ist kein Thema, das wäre völlig überzogen." Er habe zwar den Fake-Account angelegt und da und dort übers Ziel hinausgeschossen, mehr aber auch nicht. "Ich habe den Account gelöscht, mir tut das alles sehr leid und ich werde mich bei den Betroffenen entschuldigen", sagt Sucher. Die abendliche Sitzung habe er einberufen, um den Mitgliedern der Stadtparteileitung selbst seine Sicht der Dinge schildern zu können.

Reihe von negativen Nachrichten

Die Posting-Affäre ist der bislang letzte Teil einer Reihe von selbstgemachten Negativ-Meldungen zur Villacher SPÖ: Zunächst die Wahlkarten-Peinlichkeit. Unter Wahlleiter und Bürgermeister Günther Albel kam es zu schweren Verstößen gegen das Wahlgesetz. Diese Fehler sind einer der Gründe für die Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl am 2. Oktober.
Dann das jüngst aufgepoppte Gerücht, wonach Klubsekretärin Ines Wutti Ambitionen auf Gerda Sandriessers Platz als Vizebürgermeisterin habe. Sandriesser gilt in Villach als extrem beliebte Politikerin.
Und jetzt die Posting-Affäre...
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.