26.07.2016, 23:00 Uhr

Mehr Sicherheit: Villacher Kirchtag erstmals mit Video-Überwachung

Wurde im Frühjahr erstmals getestet: Die Hightech-Überwachungsanlage, die auch beim Kirchtag zum Einsatz kommen wird

Neben großflächiger Überwachung mit Spezial-Kamera wird über Sicherheits-Konzepte für die Zufahrtsstraßen nachgedacht. Der Anlassfall: Nizza.

VILLACH (kofi). Am Sonntag beginnt der 73. Villacher Kirchtag. Eine Woche lang Spaß, Brauchtum und Wirtschaftsbelebung – für viele Menschen ist der Kirchtag der Party-Höhepunkt des Jahres. Zwischen 400.000 und 500.000 Gäste werden erwartet, es handelt sich um eine der größten Veranstaltungen in Österreich.

Dunkler Schatten

Doch heuer hängt ein Schatten über dem sonst von Unbeschwertheit geprägten Volksfest. Nach dem blutigen Anschlag von Nizza (Frankreich), wo ein Terrorist bei einer großen Feier mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast ist und mindestens 84 Leben beendet hat, gilt es auch beim Villacher Kirchtag, die Sicherheitsvorkehrungen zu optimieren. Zumal bekannt ist, dass die Terror-Organisation IS ihre Anhänger weltweit dazu anspornt, bei großen Menschenansammlungen mit Lkw möglichst viele Personen zu töten.

Erstmals Video-Überwachung

Der große Terror und der Villacher Kirchtag – tatsächlich muss die Exekutive diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Und auch wenn Stadtpolizeikommandant Erich Londer von einem "ruhigen Kirchtag" ausgeht, so werden doch neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen: So wird erstmals in der Geschichte des Kirchtags der gesamte Hauptplatz von einer Spezialvideokamera überwacht, die hochauflösliche Bilder direkt zur Polizei liefert. "Diese Kamera war bereits bei einer Demonstration in Villach im Einsatz. Sie wird an einer Hausmauer montiert und hilft uns, bei Bedarf schneller eingreifen zu können", sagt Londer.

Problemfeld Zufahrtsstraßen

Auch über die Zufahrtsstraßen zur Innenstadt wird intensiv nachgedacht. Was tun, wenn ein Lkw-Attentäter wie in Nizza daherkäme? Zur Auswahl stünden der Exekutive auffällig postierte Polizeiautos oder Tretgitter und mobile Beton-Pfeiler, um ein heranrasendes Auto wenigstens zu verlangsamen. Eine vom Landesamt für Verfassungsschutz ausgearbeitete Analyse soll helfen, die potenzielle Bedrohung einzuschätzen. In den nächsten Tagen muss geklärt werden, für welche Vorkehrungen sich Polizei und Veranstalter entscheiden werden.
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