18.05.2016, 06:20 Uhr

Neue Trends in Tourismusjobs

Iris Rauchfuss betreibt die Greißlerei, Völkendorferstraße 1 in Villach, mit kreativem Konzept (Foto: Greißlerei)
Villach: Tourismusjobs |

Die Hotellerie braucht neue Berufsfelder. Lehrbilder werden überdacht.

"Tourismusbetriebe, die offen sind, sich umhören haben keinen Mangel an guten Mitarbeitern, Betriebe, die an starren, alten Schemen in der Ausbildung festhalten, bekommen keine jungen Mitarbeiter, die lernen wollen." Claudia Boyneburg-Lengsfeld-Spendier, Hotelierin, spricht aus Erfahrung. Von diesen Betrieben gibt es in Villach einige, darunter auch die Café Bar von Iris Rauchfuss. Ihre "Greißlerei" steht für Innovation.

Modul-Lehre als Motivation

Die Villacherin sitzt im österreichweiten Ausbildungsausschuss für Tourismusberufe. Hier werden gerade die allgemein herkömmlichen Lehrbilder überdacht, eine Modul-Lehre angestrebt und um flexiblere gesetzliche Richtlinien gerungen. In der Ausbildung zum Koch-Kellner soll eine Modul-Lehre die jungen Menschen motivieren. Im ersten Modulteil soll die herkömmliche Lehre absolviert werden. Teil 2 könnte für die Lehrlinge, österreichweit, die Möglichkeit zur Spezialisierung sein, in japanischen, verganen und ähnlichen Betrieben. Ethnische Restaurants, zum Beispiel chinesische, dürfen keine Lehrlinge ausbilden. Denn hier werden keine österreichischen Gerichte zubereitet", beschreibt Claudia Boyneburg-Lengsfeld-Spendier die Situation.

Gesetze schränken ein

"Eine gewaltige Herausforderung werden in Zukunft die Behörden sein. Es gibt große Einschränkungen, wenn es um flexiblere Arbeitszeiten geht, finanzielle Nachteile wenn an mehreren Stellen gearbeitet werden will. In verschiedenen Hotels zu arbeiten und dabei nicht selbständig zu sein ist irrsinnig schwierig", so Boyneburg, "die persönlichen Bedürfnisse der Menschen, die im Tourismus arbeiten haben sich verändert. Heutige Verdienstmodelle sind nicht mehr gesellschaftsfähig". Die Hotelierin ist sicher: "Die Jungen wollen gefordert werden, sich einbringen."

Expertin nennt Kärntner WOCHE neue Trendberufe

Neue Berufsfelder und hochqualifizierte Ausbildung bestimmen Zukunft der Hotellerie.
Claudia Boyneburg-Lengsfeld-Spendier ist österreichweite Expertin wenn es um Fragen des Tourismus geht. Seit 2003 ist die Villacherin Arbeitgeberin und Lehrlingsausbilnerin im Hotelbereich. 2008 gründete sie die „Mag. Spendier GmbH“ für Hotel, Vermietung, Verpachtung, Tourismusberatung. Sie ist die Eigentümerin des Villacher Altstadthotels "Goldenes Lamm" und der „Boyneburg Waldvilla zur Brandenburg“.

Spannende Berufe

"Es gibt einerseits spannende Berufe im Tourismus im Bereich Wellness-Trainer, Kosmetik, Fußpflege. Hier gäbe es die Möglichkeit viele unterzubringen", so Boyneburg, "andererseits braucht es dringend Auflockerungen bei der Ausbildung und neue gesetzliche Rahmenbedingungen."

Viele Erfahrungen

Seit Jahren ist Boyneburg unter anderem Prüfungskommissionsvorsitzende der Lehrabschlussprüfungen, Aufsichtsrat der Tourismusregion Villach, Faaker See, Ossiacher See, Aufsichtsrat des Stadtmarketing Villach, Mitglied des Wirtschaftsbeirates der Stadt Villach, im Fachverband der Hotellerie WKO und im ORF-Publikumsrat.


Zur Sache:

Informationen zu Ausbildung und Jobs im Tourismus finden sich übersichtlich auf der Homepage des AMS. Hier wird über die Aufgaben, Tätigkeiten, Ausbildungen, Weiterbildungen und Beschäftigungen von Berufen im Tourismus und Freizeit aufgeklärt. Im "eJob Room" des AMS können Arbeitssuchende Jobs im Hotel, Restaurant suchen und finden. Ebenso wie Arbeitgeber ihr zukünftiges Personal.

Wichtige Infos bietet auch die Wirtschaftskammer Österreich: Auf der WKO-Homepage erfährt man mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Tourismus Branche, über Lehrlingsausbildung, Berufsbildende Schulen, Auslandspraktika.

Bei der Suche sind Jobbörsen im Internet nützlich: www.karriere.at, www.jobpilot.at.
Für Hotel, Gastronomie und Catering gibt es sogar eigene Links: www.hogapage.at und www.hogastjob.com.
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