27.04.2016, 08:00 Uhr

Tempo 50 und Rückbau: So soll die B100 leiser werden

Die Pläne: Links, im Bereich des Spitzeckweges sollen Lärmschutzwände errichtet und eine Überholspur rückgebaut werden. Rechts, am Vassacher Feld, soll eine 50er-Beschränkung kommen (Foto: kk)

Das sind die Ideen der Stadtpolitik für die Lärmreduzierung entlang der B100 in Villach.

VILLACH (kofi). Die Anrainer, vor allem entlang des sogenannten Vassacher Feldes, sprechen seit langem nur noch von einer "Lärmhölle", die WOCHE berichtete ausführlich. Nun reagiert die Villacher Politik: Mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grüne und Erde wurde eine Resolution an die Kärntner Landesregierung angenommen, die eine Entschärfung der Situation bewirken soll.

Die Einigung erfolgte nach harten Bandagen zwischen SPÖ und ÖVP, die konträre Vorstellungen hatten, wie die Verkehrsberuhigung gelingen könnte. Die VP setzte auf Lärmschutzwände, die SP auf Tempolimits. Der Kompromiss mündete nun in eine Resolution, in der die Parteien vom Land Kärnten (das für die B100 zuständig ist) folgende drei Maßnahmen einfordern:

1. Tempo 50

Die Verkehrsgeschwindigkeit soll im Bereich das Vassacher Feldes von derzeit 70 auf 50 Stundenkilometer reduziert werden. Da die einstige Umfahrungsstraße durch das Wachstum der Stadt längst in dicht besiedeltes Gebiet gerückt ist, müsse man von Ortsgebiet-Regeln ausgehen.

2. Straßen-Rückbau

Im Bereich Rennstein soll ein rund 400 Meter langer Überholspur-Bereich rückgebaut werden, da er Autofahrer zum Rasen animiert und so die Anrainer mehr Lärm als nötig ertragen müssen.

3. Lärmschutzwand

Im Sinne der Gleichberechtigung soll im Bereich Spitzeckweg nicht nur auf der Nordseite, sondern auch südseitig eine Lärmschutzwand errichtet werden.


Experten entscheiden

Von Seiten der Landesregierung heißt es, dass man – zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe der WOCHE – die Resolution noch nicht in Händen halte. Michael Gollob, persönlicher Referent von Straßenbau-Landesrat Gerhard Köfer, gibt aber zu bedenken, dass der Rückbau einer Straße, die sich in gutem Zustand befindet, schwer zu argumentieren sein wird, wenn es zeitgleich zahlreiche Straßen gibt, die dringend saniert werden müssten.
Über die Sinnhaftigkeit der vorgeschlagenen Temporeduktion werden Experten des Landes befinden.
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