12.07.2016, 14:21 Uhr

Caritas übernimmt Spar-Supermarkt: Job-Chancen für Langzeitarbeitslose

Symbolisch wurde ein Schlüssel von Caritasdirektor Josef Marketz, Direktor Paul Bacher (Geschäftsführer SPAR Kärnten und Osttirol, von links) und Wolfgang Scheidl (Geschäftsführer Perspektive Handel Caritas gGmbH) an die Marktleiterin Bettina Stefan überreicht. (Foto: Gleiss/Spar)

Kärnten-Premiere in der Tirolerstraße in Villach: Ein Spar-Markt soll Arbeitslose, die älter als 50 Jahre sind, zurück ins Lobleben holen.

VILLACH (kofi). Von außen und von innen sieht er wie ein normaler Spar-Supermarkt aus. Und doch: Die Filiale in der Tirolerstraße in Villach ist ab sofort und offiziell etwas Besonderes: Erstmals in Kärnten arbeiten hier Spar und die Caritas als Geschäftspartner zusammen.

Stammpersonal bleibt

Über eine Träger-Gesellschaft hat die Caritas die Filiale übernommen und bietet dort Langzeitarbeitslosen aus der Zielgruppe 50+ eine Job-Perspektive. Bis zu 22 Frauen und Männern wird der Wiedereinstieg in das Berufsleben über befristete Arbeitsverhältnisse (6 Monate) angeboten. Geführt wird die Filiale vom Stammpersonal, das schon vor Start dieser Kooperation hier tätig war.

Vier Jahre lang ausfinanziert

Das Projekt ist – mit kräftiger Unterstützung von der EU, dem Land Kärnten und dem Arbeitsmarktservice – bis 2020 ausfinanziert. "Mehr als 100 Menschen erhalten hier eine Jobchance", sagt Wolfgang Scheidl, Geschäftsführer der für solche Kooperationen gegründeten "Perspektive Handel Caritas GmbH".

Hoffen auf gute Mitarbeiter

Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Kärnten und Osttirol, ist es wichtig zu betonen, dass sich die Filiale in punkto Angebot nicht von den anderen Niederlassungen unterscheidet. Er hofft vor allem, dass aus dem Projekt dauerhafte Mitarbeiter für Spar übernommen werden können." Denn trotz hoher Arbeitslosenraten sei es schwierig, gute Mitarbeiter zu bekommen, vor allem für die Feinkostabteilungen der Märkte.

Zweiter Markt denkbar

Sollte sich das Modell bewähren, sei auch eine Klagenfurter Filiale denkbar, sagt Bacher. Wie viele Menschen werden es am Ende tatsächlich aus diesem Projekt in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis am Jobmarkt schaffen – egal, ob bei Spar oder bei einer anderen Firma? "Es gibt Erfahrungswerte aus Oberösterreich. Wir rechnen mit mehr als 50 Prozent", sagt Caritas-Mann Scheidl.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.